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SPONSORING: Specialized Concept Store Nürnberg als Medienpartner

Alles begann mit dem Rad. 2016 für meine erste große Tour gekauft – 3 Monate lang und 4.500 km weit durch Europa mit Rad und Zelt – ist mein Specialized AWOL (genannt La Belle Blanche, die schöne Weiße) seitdem mit am Start – in guten wie in schlechten Zeiten.
Ich freue mich daher, dass der Specialized Concept Store Nürnberg exklusiv auf seiner Webseite sowie auf Facebook über meine Reise von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen berichtet.
Am 1. Mai geht´s endlich los! Wollt ihr mit? Dann kommt doch mit zum Ortsschild! Alle Radinteressierten, Bike-Enthusiasten und Fahrradbegeisterten sind herzlich eingeladen!

Alle EPISODEN meiner bekloppten Reise hier!

 

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RIDE YOUR F**** BIKE! EPISODE 8 auf stahlrahmen-bikes.de

Es ist Zeit, das Unbekannte wieder anzunehmen. Ohne vorberechnete Route, die mir in Echtzeit ansagt, in wie vielen Kilometern Entfernung der nächste Dunkin Donuts ist.
Denn: Im Unvorhergesehenem, im Unvorhersehbaren liegt das Potential zum Abenteuer und das Moment der Freiheit.
Gewagte These?
Lest selbst und diskutiert mit:
EPISODE 8 von RIDE YOUR F**** BIKE! Von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen in voller Länge auf stahlrahmen-bikes.de!
Wer die vorherigen Episoden verpasst hat…
Hier lang!

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RIDE YOUR F**** BIKE! Von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen. EPISODE 8: Reisen kann jeder! Über die Lust an der Flucht

Wir müssen unsere Augen kaum mehr öffnen. Und unsere Herzen auch nicht. So endete die letzte Episode, in der es um Segen und Fluch moderner Navigationsmittel ging, die keinen blinden Fleck mehr übrig lassen auf dem großen Erdenrund. Es ist Zeit, das Unbekannte wieder anzunehmen. Ohne vorberechnete Route, die mir in Echtzeit ansagt, in wie vielen Kilometern Entfernung der nächste Dunkin Donuts ist.
Im Unvorhergesehenem, im Unvorhersehbaren liegt das Potential zum Abenteuer und das Moment der Freiheit.

Manchmal muss man sich einfach gen Horizont treiben lassen. Irgendwo in Nordspanien auf meiner dreimonatigen Radreise durch Europa 2016.

Fliehen im positiven Sinne

Anders gesagt: Wir planen zu viel. Das fängt grundlegend damit an, dass viele Menschen zwar den Traum haben, eine Reise wie meine zu unternehmen, dieses Vorhaben aber nie in die Tat umsetzen. Weil Ihnen die Zeit fehlt. Oder das Geld. Oder die Ausrüstung. Oder der Mut. Oder irgendetwas dazwischen. Die Motivation hinter einer solchen Reise ist dabei oft ähnlich. Der Alltag, der einem auf die Füße steigt. Der einem keinen Raum zum Atmen lässt. Die ewige Routine unseres fein säuberlich geregelten Lebens. Reisen geschieht oftmals nicht als Eintritt in das Neue, sondern als Flucht vor dem Alten. Insofern brauchen wir vielleicht gar nicht den Mut, uns mit dem Unbekannten zu konfrontieren, sondern lediglich die Einsicht, dem Bekannten überdrüssig geworden zu sein.

Grauer Büroalltag oder lieber irgendwo am Meer ankommen – nach Tagen, Wochen, Monaten auf dem Rad? Unsere Entscheidung. Jeden Tag aufs Neue.

Wer noch kein Geld, die falsche Ausrüstung oder einfach keine Zeit für eine solche Reise hat, obgleich er behauptet, er wolle eine solche Reise unternehmen, der ist vielleicht noch nicht fertig mit dem Alten, dem Bekannten. Freilich, es gibt etliche andere Gründe für das Reisen: sportlicher Ehrgeiz, kulturelle Neugierde, soziales Ansehen. Aber der basalste aller Gründe bleibt doch wohl dieser: Raus zu wollen. Raus da. Losfahren. Immer Richtung Horizont.
Immer Richtung Horizont. Aufgenommen auf meiner dreimonatigen Radreise durch Europa 2016.

Die Lust an der Flucht

Bei wem sie nur groß und nagend genug ist, die Lust an der Flucht, der wird aufbrechen. Egal, wie viel Geld er hat, wie gut die Ausrüstung ist und wie vermeintlich knapp bemessen die Zeit. Wer hat gesagt, dass man erst dann eine Radreise unternehmen kann, wenn man sich ein hyperteurers Reiserad mit Highend-Austattung leisten kann? Peter Smolka, Wahlerlanger und legendärer Radreisende, der vier Jahre lang mit dem Rad durch die Welt fuhr, hat es vorgemacht: In Argentinien wurde sein Rad gestohlen. Und? Er fuhr mit einem klapprigen Ersatzrad weiter.

Minimalismus. Zwei Räder, keinen Platten. What´s not to like? Aufgenommen in Brighton auf meiner dreimonatigen Radreise durch Europa 2016.

Der Nase nach

Reisen braucht keine jahrelange Planung, keine teure Ausrüstung. Nur eines, das braucht Reisen tatsächlich: Zeit. Zeit, die Dinge am Wegrand wahrzunehmen und nicht nur das Ziel vor unseren Augen. Zeit, in den Wind zu riechen und den Regen zu hören. Zeit, die Welt um uns und die in uns ganz und gar ineninander aufgehen zu lassen. Ein Meister im Reisen, der alles begriffen hätte, wäre wohl der, der sich sogar von seinem Ziel lösen könnte. Besser: Von dem notwendigen Zustand, ein Ziel haben zu müssen. Er wäre dann ganz und gar frei und könnte sich vollständig auf das Unbekannte einlassen, irgendeiner Richtung folgen. Einfach immer der Nase nach.

Das Meisterstück des Reisenden: Sich vom Ziel selbst zu lösen. Dann stehen alle Wege offen. Aufgenommen in der Mongolei 2007.

Reisen kann jeder!

Wir brauchen also weniger, als wir denken, um eine solche Reise anzutreten. Wir brauchen weder viel Geld noch teure Ausrüstung. Wir brauchen nicht einmal Mut. Nur Zeit. Zeit brauchen wir. Und die Erkenntnis, des Alten, Bekannten, überdrüssig zu sein. Wir müssen fliehen wollen, im positiven Sinne. Wir brauchen also kaum etwas. Ist das nicht eine Feststellung, die Mut macht, aufzubrechen? Reisen ist nicht schwer. Reisen ist nicht teuer. Reisen kann jeder!


Und in der nächsten Episode:

EPISODE 9: Hello darkness, my old friend: Vom alleine reisen (als Frau)

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RIDE YOUR F**** BIKE! Von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen

30 Tage. 3.400 km. Ein ganzer verdammter Haufen Höhenmeter. Gegenwind quasi 24/7 (wir wissen ja, wie das ist). 110 km und mehr pro Tag. Pausentage? Null. Nada. Nüscht. Schmerzen? Geil!
Hört sich gut an?
Das war der Plan.
Von der lauschigen Frankenmetropole Nürnberg zum eisigen Nordkap – der nördlichsten Spitze Europas. Und das im Schnelldurchgang. Nur mit Rad und Zelt. Allein als Frau. Mit Bären und so (oder Rentieren, die flauschig sind wie Bären :).
Challenge accepted!
Mit Unterstützung von Velocita Custom Bicycles, VELOmondial, travel & trek und Wechsel Tents und mit dem Specialized Concept Store Nürnberg als Medienpartner machte ich mich am 1. Mai 2018 auf den Weg zum nördlichsten Ende Europas.
Pünktlich am 30. Mai stand ich am Ende der Welt. Mit dabei: Eine Menge Geschichten, Gedanken und Blasen an den Händen
Ihr konntet mich auf dem Weg begleiten. Davor, währenddessen und danach. Immer wöchentlich wurde auf norabeyer.com in Vorfreude geschwelgt, gejammert und euphorisiert berichtet.
Interessiert? Komm mit und erlebe die bekloppte Reise!


Tägliche Updates, Schnappschüsse und Etappenziele gab es auf Facebook, Instagram & Twitter. Diese sind dort jeweils weiterhin zu finden.


PRESSE


EPISODEN

EPISODE 1: Die vermaledeite Route
EPISODE 2: Auf der Suche nach Sponsoren
EPISODE 3: Über´s Fortgehen und Ankommen
EPISODE 4: Addicted to Steel – Warum Stahlrahmen?
EPISODE 5: Ich packe meinen Koffer – Gear & Co. (I)
EPISODE 6: Ich packe meinen Koffer – Gear & Co. (II)
EPISODE 7: Digitalize now! Über die Nostalgie der haptischen Karte
EPISODE 8: Reisen kann jeder! Über die Lust an der Flucht
EPISODE 9: Hello darkness, my old friend: Vom alleine reisen (als Frau)
EPISODE 10: Die Angst vorm Mut oder Reise Courage und ihre Kinder
EPISODE 11: On the road (I) 
EPISODE 12: On the road (II)
EPISODE 13: On the road (III)
EPISODE 14: On the road (IV)
EPISODE 15: AM ENDE DER WELT!
EPILOG: Was vom Tage übrig blieb

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PRESSEMITTEILUNG: Am 1.Mai geht es los! Von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen mit dem Rad

 
Studium im Elitenetzwerk Bayern, wissenschaftliche Mitarbeiterin, dann öffentlicher Dienst. Und jetzt: Raus da! Die Nürnberger „Gamesbikeliteratin“ (Marion Alexa Müller, Periplaneta Verlag & Mediengruppe) Nora Beyer fährt am 1. Mai los auf eine gewagte Reise: Von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen. Allein. Mit Rad. Und Zelt.
Und mit einem ganzen Haufen Geschichten im Gepäck. Denn: Die 30-jährige schreibt nicht nur ihre Doktorarbeit auf eher ungewöhnlichem Gebiet – in den Computerspielwissenschaften. Auch, was sie sonst so macht, ist eher unkonventionell: Sie stürzt sich für ihr Leben gern auf ihrem Mountainbike Berghänge hinunter und bringt anderen eben das auch bei und schreibt ansonsten kluge Texte über Computerspiele, u.a. für die renommierte GameStar, oder Romane, aus denen die Fantasie nur so quillt. Ihr neuer Roman „Die Gleichheit der Blinden“ ist gerade erschienen. In dem dystopischen Fantasy-Roman schickt die Nürnberger Autorin zwei ungewöhnlich fantasiebegabte Protagonistinnen auf eine gefährliche Reise. Kernfrage des von Philosophie und modernen Computer-Games inspirierten Buches ist, welche Auswirkungen es hätte, wenn flächendeckend eine gesellschaftliche Gleichstellung aller Menschen eingeführt werden würde. Der düstere und packende Roman entwirft in zwei unterschiedlichen Welten rätselhafte Szenarien und beschließt mit einem genial erdachten Finale Grande.
Mit 20 Jahren war Nora Beyer alleine monatelang in der Mongolei und Russland unterwegs. Mit dem Studium und dem Einstieg in ein „geregeltes“ Berufsleben wurden die Abenteuer dann weniger. Aber nicht für lange. 2016 fuhr sie drei Monate lang mit Rad und Zelt durch Europa. Und nun lässt sie das „geregelte“ Leben ganz und gar hinter sich. Jetzt ist das Nordkap an der Reihe!
Mit Unterstützung von Velocita Custom Bicycles, VELOmondial, travel & trek und Wechsel Tents und mit dem Specialized Concept Store Nürnberg als Medienpartner macht sie sich am 1. Mai auf den Weg zum nördlichsten Ende Europas. Aber nicht alleine. Alle Interessierten, Radenthusiasten und Reisefanatiker sind eingeladen, gemeinsam mit ihr zum Nürnberger Ortsschild zu fahren. Ob mit Dreirad, Mountainbike, Rennrad, Klapprad oder klapprigem Drahtesel – alle sind eingeladen! Treffpunkt ist um 10:00 Uhr am Hauptmarkt.

Den Geschichten, die sie auf ihrer Reise aufliest, kann man auf norabeyer.com folgen.

Also: Kom igen (schwed. Los geht’s!)!

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SPONSORING: Specialized Nürnberg unterstützt mein Nordkap-Abenteuer!

SPONSORING: Hände in die Höhe und Jubel anstimmen! Neben VELOmondial  Velocita Custom Bicycles, travel & trek und Wechsel Tents wird mich der Specialized Concept Store Nürnberg auf meiner bekloppten Reise mit dem Rad von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen medial unterstützen!
Damit schließt sich quasi der Kreis, denn: Beim Team vom Specialized Concept Store Nürnberg habe ich 2016 mein geliebtes Specialized AWOL Elite bekommen – mein Randonneur, auch genannt La Belle Blanche, meine „schöne Weiße“ – mit dem ich seitdem quer durch die schöne, neue Welt unterwegs bin. Und mit dem ich auch zum Nordkap fahren werde!
AWOL_Portrait.
Danke dafür! 🏕
Meine Reise könnt ihr – immer Mittwochs – hier auf meinem Blog norabeyer.com oder auf stahlrahmen-bikes.de verfolgen! Da gibt es dann auch noch mehr zum Rad und zur Gear allgemein! Also – stay tuned!

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RIDE YOUR F**** BIKE! Von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen. EPISODE 7 – Digitalize now! Über die Nostalgie der haptischen Karte

Werfen wir allen unnötigen Ballast von uns – alle Teleskopstangen, allen Schnickschnack, alles an Surplus – und fahren wir einfach los! So endete die letzte Episode von RIDE YOUR F**** BIKE!
Aber wohin eigentlich? Genauer gesagt: Mithilfe wovon?
Denn: Auch wenn wir dann endlich unser Reiseziel haben, die Destination unserer Wünsche, Tagträume und Sehnsüchte, so bleibt eine Herausforderung doch nach wie vor: Die uralte Frage der Navigation.

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Und wohin nun von hier aus? Die uralte Frage der Navigation.

In Zeiten der GPS-Navigation sind haptische Karten vielfach in den Hintergrund geraten – Relikte einer vordigitalen Zeit, in der es quasi noch nach heruntergebrannten Kerzen und vergilbten Bücherstapeln roch.
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Da steh (radel) ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor …

Nun werden Wege vorberechnet, aktualisiert, neu berechnet, dynamisch angeglichen. Wir werden verortet und unser Standort in Echtzeit evaluiert. Egal ob Eiscafé, Jägerstand oder Tierhandel – das GPS zeigt uns jeweils an, was sich in unserer Nähe befindet und welcher Weg uns am schnellsten zu dem von uns angegebenen Ziel bringt.
Kurz: Es sagt uns (nahezu) jederzeit, wo wir sind, wohin wir zu gehen haben und was uns da erwartet.
Das ist – gerade in uns unbekanntem Gelände – natürlich überaus praktisch. Es macht das Unbekannte bis zu einem gewissen Grad vorhersehbar und die Ferne gewissermaßen vertraut. Es nimmt der Fremde viel vom Schrecken, der eben durch das Ungewohnte ausgelöst wird. Wenn ich schon daheim bei der Planung meiner Radreise mithilfe von Basecamp, Mapsource und Co. mitten im vermeintlichen Nirgendwo eines exotischen Landes einen McDonalds entdecke, dann erweckt das ein beruhigend-vertrautes Gefühl in mir. Das Unbekannte wird greifbar, eben weil die Welt bis ins Kleinste kartographiert und quasi jederzeit einsehbar ist.
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Das Navi sagt uns jederzeit, wo wir sind, wohin wir zu gehen haben und was uns da erwartet.

Es nimmt der Fremde aber dadurch auch einen erheblichen Reiz. Eben das Unwegsame, das Unbekannte, das große, schreckliche Fragezeichen, die blinden Flecken auf der Karte, die Platzhalter auf jeder Reise sind es doch, die von uns das abverlangen, was die vielleicht größte Tugend des Reisenden ist: Sich darauf einzulassen, letztlich egal, worauf. Erfahrungen zu leben, dann, wenn sie kommen und uns aufsuchen, anstatt Erfahrungen planen zu wollen.
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Erfahrungen sind nicht planbar. Auch nicht, wohin der Weg einen letztlich führt.

Das hat die gute alte haptische Karte noch vielfach ermöglicht. Auf ihr mussten wir uns erst einmal selbst suchen, uns selbst verorten und dabei zwingendermaßen lernen, die Landschaft um uns zu lesen, aufmerksam zu sein. Wir mussten öfter unsere Augen aufmachen.
Das Navigationsgerät hingegen ermöglicht einen wunderbaren, angenehmen Flow – es führt uns an der Hand. Wir müssen nur folgen. Wir müssen nicht nach links noch nach rechts sehen. Wir müssen nicht wissen, wo wir sind. Das Navi weiß es schon.
Es gibt uns alle notwendigen Informationen, damit wir auf möglichst wenig Überraschungen treffen, damit sich uns möglichst wenige Hindernisse in den Weg stellen. Damit die Fremde gar nicht so beängstigend fremd ist.
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Freilich: Das Navi ermöglicht einen wunderbaren Flow. Aber um welchen Preis?

Wir müssen unsere Augen kaum mehr öffnen. Und unsere Herzen auch nicht. Aber vielleicht ist es Zeit, umzudenken? Sich einzulassen? Auf das große Unbekannte, das Unvorhergesehene und das Unvorhersehbare? Vielleicht ist es Zeit, den vorberechneten Pfad zu verlassen und nicht bei der nächsten Möglichkeit zu wenden – egal, wie oft die freundliche, aber direkte Navigations-Stimme einen dazu auffordert.
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Vielleicht ist es Zeit, sich von den vorberechneten Pfaden zu verabschieden.


Und in der nächsten Episode:

EPISODE 8: Reisen kann jeder! Über die Lust an der Flucht

 

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RIDE YOUR F**** BIKE! Von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen. EPISODE 6 – Ich packe meine Koffer: Gear & Co. (II)

Die letzte Episode endete mit der Frage, vor der jeder Abenteurer, jeder Reisende, jeder Ruhelose, früher oder später notwendigerweise steht: Was brauche ich eigentlich auf meiner Reise?
Die Gretchenfrage des Weltbürgers.
Die Faustregel des (Rad)Wanderers: Mehr ist schwer. Die Würze liegt hier also in der Fähigkeit, sich auf das Notwendige zu beschränken. Aber: Was ist denn das Notwendige, wenn nicht ein letztlich grundlegend subjektiver Begriff? Was Hänschen als existenziell notwendig empfindet, deklariert Hans als absolut sekundär. Die schlauen Bücher über Reisen sind voll von Packlisten, Gear-Tabellen und sonstigen Aufzählungen des Unentbehrlichen.

Die schlauen Bücher sind oft voll von gutgemeinten Packlisten in endloser Ausführung.

Die (Un)Entbehrlichkeit der Teleskopstange

Als ich nach dem Abi mit damals zwanzig Jahren mutterseelenallein auf meine Reise in die Mongolei aufgebrochen bin, um dort für eine Zeit lang zu arbeiten (damals noch mit dem Zug, nicht mit dem Fahrrad, nämlich mit der legendären Transsibirischen Eisenbahn), war die Packliste für die Zugreise, die ich einem Transsib-Führer entnommen hatte, schier endlos.
Als grundlegendes Tool war dort etwa auch der Wischer an der Teleskopstange angegeben, mit dem der auf alles vorbereitete Reisende in regelmäßigen Abständen die Fensterscheiben seines Abteils von außen reinigen könne, um in der Folge unbeflecktere Fotos aus dem Zugfenster heraus schießen zu können.

Ich mit damals knapp 20 Jahren auf einem Bahnsteig irgendwo kurz vor der russisch-mongolischen Grenze. Im Hintergrund die Transsib. Und der Horizont.

Kann man machen.
Muss man nicht.

Distanz wahren!

Und das ist vielleicht die treffendste Aussage, wenn man eine Reise plant und sich potentiell von all jenen Packlisten und Gear-Tipps verunsichern lässt. Es ist ohne Zweifel durchaus hilfreich, sich durch ein paar Ausrüstungslisten einschlägiger Reisender zu wühlen. Aber bitte Distanz wahren. Ich war noch auf keiner Reise, ohne nicht ein Paket nachhause geschickt zu haben mit Dingen, die mir vor der Reise noch unentbehrlich schienen.

Ich packe meinen Koffer, und nehme mit…! Die Gretchenfrage des Weltbürgers: Was ist eigentlich wichtig?

Just another acronym

Meiner Erfahrung nach gibt es letztlich nur eine Handvoll Faktoren, die wirklich grundlegend relevant sind: Kälte, Regen, Krank. Nennen wir es einmal die KRK-Regel (weil die einschlägigen Bücher auch immer gerne mit Akronymen um sich werfen). Wichtig ist: Ausrüstung gegen Regen und Kälte, damit der Körper nicht auskühlt. Und Medizin bzw. Ersatzteile, wenn wir oder unser zweirädriger fahrbarer Untersatz schwächeln. Oder entsprechende Möglichkeiten, Hilfe zu rufen, damit wir weiter kommen. Im Notfall zumindest bis zur nächsten medizinischen Versorgung.
KRK ist basal, klar.
Aber darauf aufbauend kann dann jeder selbst entscheiden, was er oder sie als notwendig empfindet. KRK ist unentbehrlich. Der Rest ist weitgehend subjektiv-relativ.

KRK – Wichtig ist nur wenig. Eine Cap ist aber natürlich essentiell ;)!

Was brauche ich eigentlich wirklich im Leben?

Anstatt endlosen Packlisten nachzufolgen, kehren wir zurück zu der Frage Was brauche ich eigentlich auf meiner Reise? und schieben noch ein kleines „wirklich“ hinein: Was brauche ich eigentlich wirklich auf meiner Reise?
Und wer einmal anfängt, die Teleskopstange wieder aus seinen Packtaschen zu nehmen und Dinge aus- statt einzupacken, der wird bald feststellen, dass die Frage Was brauche ich eigentlich wirklich auf meiner Reise? größer wird, weiter, sich ausdehnt und mehr und mehr Raum einnimmt und schließlich in eine ganz andere Frage mündet:
Was brauche ich eigentlich (wirklich) im Leben?

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Einfach mal losfahren!

Losfahren!

Denn: Wir können nicht Ballast auf Reisen von uns werfen, ohne dass diese Befreiung vom Unnötigen, diese Entscheidung über (für uns) Wichtiges und Unwichtiges auch – oft unmerklich –  andere Bereiche unseres Lebens betrifft.
Wir lassen dann nicht nur die Teleskopstange zurück, sondern auch den hortenden Teil unseres Ichs, der seine Furcht vor dem Unbekannten, dem Fremden, der Ferne, dadurch zu kompensieren versucht, indem er sich auf alles nur denkbar Mögliche vorbereitet. Was, und das wissen wir doch eigentlich alle, schlicht unmöglich ist.
Also lassen wir doch die Teleskopstange daheim, allen unnötigen Ballast. Und unsere Furcht.
Fahren wir einfach los.


Und in der nächsten Episode:

EPISODE 7: Digitalize now! Über die Nostalgie der haptischen Karte

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RIDE YOUR F**** BIKE! EPISODE 6 auf stahlrahmen-bikes.de

Ich packe meinen Koffer, und nehme mit…
Wer sich schon immer gefragt hat, was man eigentlich so braucht auf einer Radreise, dem sei der eben erschiene Artikel auf stahlrahmen-bikes.de empfohlen. Aber Obacht: Bevor man sich versieht, landet man plötzlich bei viel größeren, existenzielleren Fragestellungen als Was brauche ich eigentlich auf meiner Reise! 
Brandneu und eben online gegangen:
EPISODE 6 von RIDE YOUR F**** BIKE! Von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen in voller Länge auf stahlrahmen-bikes.de!
Wer die vorherigen Episoden verpasst hat…
Hier lang!

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RIDE YOUR F**** BIKE! Von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen. EPISODE 5 – Ich packe meine Koffer: Gear & Co. (I)

Als mein Vater und mein Bruder vor ein paar Jahren die Mammutaufgabe (weil damals recht unfit) AlpX mit MTB und Rucksack angetreten haben, kann ich mich noch an die quasi-fatalistische Aufgedrehtheit meines alten Herrn am Vorabend der Abreise erinnern. Durch die Aufregung energiegeladen bis in die Zehenspitzen rannte er herum und warf einem ein Späßchen nach dem anderen vor die Füße – wohl nur, um das eigene Lampenfieber im Zaum zu halten.
Ein Bild ist mir dabei vor allem im Gedächtnis geblieben. Mein Vater in seinem bunten, engen Trikot, der eine in der Mitte entzweigebrochene Zahnbürste in die Kamera hält. Ein breites, beinahe irres, Grinsen auf den Lippen. Der Titel des Ganzen: Gewichtsoptimierung 2.0!

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Gewichtsoptimierung 2.0

Auf all meinen Radreisen durch Deutschland und durch Europa hat mich dieses lustig-fatale Bild nicht mehr losgelassen. Man liest und hört viel davon, diesem großen, diesem gewichtigen Wort: Gewichtsoptimierung. Für die armen Wichte, die zu Fuß die Welt erlaufen, vielleicht noch grundlegender als für uns Radreisende. Aber dennoch kommt man als Reisender, egal worauf, womit oder wohin, nicht um die grundlegende Frage herum: Was brauche ich eigentlich auf meiner Reise?
Die Gretchenfrage des Weltbürgers quasi.
Die zerbrochene Zahnbürste ist freilich ein überzeichnetes Bild. Genauso extrem und vielleicht übertrieben wie der Hightech-Abenteurer, der den ganzen Tag damit verbringt, mit einer Hochsensibilitätswaage potenzielle Ausrüstungsgegenstände in seiner nächsten Umgebung auf Grammkommaunterschiede zu messen. Fakt ist aber natürlich: Schleppst du mehr, bist du schwer. Leger ausgedrückt.
Die Gewichtsoptimierung ist aber mal vor allem eins: Ein Prozess. Mehr noch: Ich würde sogar behaupten, sie ist ein Coming-of-Age, ein Reifeprozess in gewissem Sinne. Es geht nicht nur darum, sich mit möglichst wenig Gewicht zu belasten. Es geht darum zu lernen, sich auf das Notwendige zu beschränken. Zu lernen, was wichtig ist. Und was nicht.
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Was brauche ich eigentlich auf meiner Reise? Die Gretchenfrage des Weltbürgers.

Und wer einmal anfängt, in ein Abenteuer aufzubrechen, loszulaufen, fortzuradeln, der wird bald feststellen, dass die eingangs gestellte Frage – Was brauche ich eigentlich auf meiner Reise? – größer wird, weiter, sich ausdehnt und mehr und mehr Raum einnimmt und schließlich in eine ganz andere Frage mündet: Was brauche ich eigentlich im Leben?
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Die letzte Frage: Was brauche ich eigentlich im Leben?


Und was ist das? Mehr dazu in der nächsten Episode.

EPISODE 6: Ich packe meinen Koffer – Gear & Co. (II)