3.400 km mit dem Rad. In 30 Tagen. Ohne einen einzigen Pausentag. Von Nürnberg zum Nordkap. Allein. Nur mit Rad und Zelt. Bekloppt? Na klar!
Der Bericht zu meiner Reise RIDE YOUR F**** BIKE! Von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen im DAV Mitgliedermagazin der Sektion Nürnberg.
Lest rein!


Autor: Nora Beyer
Vor etwas mehr als einem Monat stand ich mit meinem Fahrrad am Nordkap. Nachdem ich zuvor 30 Tage lang ohne einen einzigen Pausentag die 3.400 km von Nürnberg dorthin zurückgelegt hatte. Allein. Nur mit meinem Rad und Zelt.

Jetzt liege ich mit einem zertrümmerten Bein seit einer Woche im Krankenhaus. Ein Unfall mit dem Mountainbike im Schlepplift, nichts Dramatisches, nichts Leichtsinniges. Eine Banalität, die in meinem Bein nichtsdestoweniger einen Trümmerbruch verursachte und auch das Kniegelenk in Mitleidenschaft zog.
Kurz und knapp: Ein komplizierter Bruch. Ein langer Weg zur Genesung. In welche Richtung diese am Ende gehen wird, weiß niemand.

Vor etwas mehr als einem Monat stand ich am Nordkap und hatte eine Rundumsicht dieses kargen, schneebedeckten Endes der Welt. Vor mir der Ozean. Dahinter nichts. Ich roch den Wind und die Wolken und den Schnee und all diese Freiheit dazwischen.

Jetzt liege ich seit einer Woche in derselben Position im Krankenhausbett. Ein Fixateur, ein externes Metallgestänge, das an vier Stellen in Oberschenkelknochen und Schienbein verbohrt ist, hält meinen noch unbehandelten Bruch in Position. Ich kann nicht aufstehen geschweige denn gehen. Mein ganzes Leben spielt sich in ein und derselben Position ab. Neben mir meine Habseligkeiten auf die Größe eines Krankenhaustisches verteilt. Draußen vor dem Fenster brennt der Sommer und Vögel zwitschern. Manchmal hört man Kinder lachen.

Vor etwas mehr als einem Monat war ich am Horizont und der Horizont in mir und der Himmel war überall um mich.
Jetzt sehe ich einen kleinen Ausschnitt des Himmels durchs Krankenhausfenster, eine Erinnerung an den Horizont. Mehr nicht.
Der Himmel ist fern jetzt. Auch der Horizont. Und gerade der absurde Kontrast zwischen der absoluten Unabhängigkeit des allein Reisenden unter freiem Himmel und des bewegungsunfähigen Kranken in ein und demselben geschlossenem Raum, Tag für Tag, trifft schwer.
Ich weiß nicht, was sein wird. Aber ich sehe, dass dies eine weitere Reise ist. Die schwerste bislang. Schwerer selbst als der letzte Tag zum Nordkap mit 140 km Eis in der Luft und extremem Gegenwind und 29 Reisetagen in den Beinen. Hier geht es nicht mehr um das Erreichen ehrgeiziger sportlicher Höchstleistungen oder das Gehen an die eigenen Leistungsgrenzen.
Hier geht es darum, am Rande der Nacht nicht in die Dunkelheit zu fallen.
Nicht aufzugeben, nicht den dunklen Gedanken oder zweifelnden Stimmen Gehör zu schenken. In der Bewegungsunfähigkeit und im Schmerz und dem Unwissen, was sein wird liegt ein letztes, ein größtes Rückfallen auf das Selbst.
Hier geht es darum, am Rande der Nacht das Licht nicht aus den Augen zu verlieren.
DIMB Ausbildung – Guiding & Fahrsicherheit
Bike Check in verschiedensten Formen, Notfallmanagement auf dem Trail, Guiding in bekanntem Gelände, Wetter & Witterung, Natur- und Sozialverträglichkeit, Demonstratives Fahren, Videoanalysen.
Und und und.
Vom 23.-29. Juni 2018 absolvierte ich im Rahmen der DIMB (Deutsche Initiative Mountainbike e.V.) die Ausbildung zum Bike Guide in den beiden Grundmodulen Guiding & Fahrsicherheit in Fleckl am Ochsenkopf.
Für mich bedeutete das: Einmal wieder so kurz nach dem Nordkap und dem EnduroOne-Rennen in Roßbach die Rückkehr in mein Zelt (ich campierte in Fleckl) für eine Woche. Und das bei anfangs 8 Grad und Regen. Mjam. Nichtsdestotrotz – mein Zelt von Wechsel ist mir nun schon eine zweite Heimat geworden. Mehr noch: Sturm-, wetter-, platzregen- und kälteerprobt wiegt es mich in den Schlaf, egal wo ich bin.

Der Ausbildungslehrgang selbst war umfassend. Von Wetter- und Witterungslehre über Notfallmanagment auf dem Trail bis hin zu ersten Einblicken in das Flow Guiding und Haftungsfragen – die Inhalte waren umfangreich, wurden zunächst theoretisch erarbeitet (vormittags) und direkt im Anschluss praktisch umgesetzt (nachmittags).

Das Gesamtfazit der Teilnehmer am Ende der Woche in Fleckl am Ochsenkopf war dann entsprechend eindeutig: Wir alle haben unheimlich viel neues Wissen mitgenommen, verstaubtes Know-How aufgefrischt und uns vor allem auch in der Grundfähigkeit per se geschult, die für gutes Guiding und überhaupt für ein empathisches und rücksichtsvolles Miteinander, welches auf Respekt basiert, notwendig ist: Aufmerksamkeit. Abre los ojos. Geht mit offenen Augen durch die Welt und auf dem Trail.
Denn vielleicht liegt das Geheimnnis guten Guidings eben darin, das Lehrgangsteilnehmerin Simone ganz zu Anfangs auf die Frage antwortete, was unserer Meinung denn gutes Guiding sei: Gutes Guiding ist zu führen, ohne dass die Geführten spüren, dass sie geführt werden.
Anspruchsvoller Game Journalismus, der sich saubere Argumentation und kritische Reflexion über Spiele und Spielethemen auf die Fahne geschrieben hat – das ist spielkritik.com.
Sylvio Konkol, Initiator und Gründer der Plattform, und sein Team trauen sich an die schwierigen und manchmal auch schmerzhaften Themen – immer der Doktrin des wissenschaftlichen Arbeitens folgend. In Zusammenarbeit mit verschiedensten GasautorInnen kommen dann Artikel heraus wie: Die Nonverbalität von Spielen, Krieg der Rubriken – Spielejournalismus und Deutschland und auch ich durfte bereits zwei Artikel beitragen: Und wer denkt an die Kinder? – Kinderdarstellungen in Spielen sowie Größe ist nicht alles. Die Open World und ihre Problematik.
Mit dem nun bereits in die dritte Runde gehenden Format slowtalk wird in Zeiten der Schlagwort-Talkshows und Minutenbremsen in Diskussionen ein Gegenzeichen gesetzt. Vier Teilnehmer diskutieren mindestens eine Woche lang über ein spielerelevantes Thema. Der Vorteil dieser Rückkehr zur Erfindung der Langsamkeit liegt nahe: Die eigene Argumentation kann sauber durchdacht und entsprechend fundiert formuliert werden und die der Gesprächspartner gründlich durchleuchtet werden. Wir reflektieren mehr, wenn wir uns nicht einfach nur im Live-Ticker-Sekundentakt Halbwahrheiten um die Ohren werfen – der medialen Aufmerksamkeit wegen.
Diesmal bin ich zu Gast bei slowtalk im Juli.
Los geht es jede Minute! Das Thema wird kontrovers!
Seid mit dabei!
Auf spielkritik.com.
GAIN Magazin – Here I come!
GAIN Magazin – Das unabhängige Spielemagazin. Als Kulturgut, das längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist (auch wenn einige meist rechtskonservative Stimmen immer wieder die Ballerspiel-Diskussion aus dem Archiv der Vorwissenschaftlichkeit herausklauben ;), wollen Spiele entsprechend beleuchtet und diskutiert werden.
Das macht das GAIN Magazin. „Wir wollen einen sauberen, gründlichen und kritischen Journalismus gewährleisten“. Das will ich auch. Und deshalb ist es mir eine große Freude und Ehre, zukünftig beim GAIN Magazin in der Redaktion mitwirken zu dürfen.
DANKE und Play on ;)!
Einsamkeit im Live-Ticker als Paradox des modernen Reisens. Und wie war das eigentlich früher? Da war bekanntlich alles anders. Aber wie genau?
Stephan Matthiesen, der heute in Schottland lebt, und ich haben die gleiche Reise unternommen – von Nürnberg zum Nordkap mit Rad und Zelt. Aber zwischen unseren Reisen liegen 30 Jahre.
Wie wir beide die Reise erlebt haben, welche Unterschiede, Hindernisse und Lehren sie für uns hatte, beleuchtet der wunderbare Beitrag von Timo Schickler.
Folgt mir auf meiner bekloppten Tour hier oder auf Facebook, Instagram oder Twitter! (LINKS in der Social Media Leiste)
RIDE WITHOUT BORDERS!
Ladies Only-Bike Events an jeder Ecke, pinkpastellene Töne im Marketingkonzept der „Ride Beyond Stereotypes“-Aktion des Reisegepäckherstellers Ortlieb, das seine eigenen vermeintlich feministischen Anspruch negiert. Die Ermächtigung der Frau im Bikebetrieb bleibt allzu oft in eben den Stereotypen verhaftet, die sie zu überwinden strebt.
Das alles war bereits im Artikel „#unpink – Der neue Ladies Only-Sexismus“ nachzulesen.
Das hier ist kein weiterer Artikel.
Dies ist ein Aufruf.
An alle Frauen, Männer, Transgender, Kinder, an einfach alle da draußen, die auf einem Bike sitzen wollen und hoch, runter, quer oder queer, zum Bäcker oder zum Ende der Welt radeln wollen.
Warum isolieren wir uns so oft selbst? Warum – und hier kann ich nur aus meiner Warte als Frau nun die Frauen ansprechen – wollen wir denn „unter uns“ fahren? Weil die Jungs „immer schneller“ sind? Weil die Jungs so „mit Ellenbogen fahren“? Weil wir mit den Jungs nicht die gleichen Gespräche führen bzw. Gesprächsthemen haben? Weil wir öfter pinkeln müssen und *hihi kichernd* Kuchenpausen machen wollen und die nicht und die immer so doof über Technik und so reden und „wir“ darüber, ob die Farben unseres Trikots zu unseren Rahmen passen? Wirklich? Das sind alles Klischees, die wir selbst nur allzugern bedienen.
Warum? Weil man es von uns erwartet. Weil man Mädchen nunmal immer noch pinke Puppen schenkt und Jungs blaue Autos.
Aber sind wir nicht längst erwachsen?
Kann es wirklich sein, dass wir nicht irgendwann darüber nachdenken, welch treffende Karikatur unser kulturell erlernten Stereotypen wir oft selbst sind?
Warum isolieren wir uns selbst in geschlossenen Geschlechterkategorien? Weil es bequem ist, weil wir uns wohlfühlen, weil es unseren Bauch streichelt. Wir bewegen uns in geschlechterstereotypen Echokammern. Geil, da kann uns nichts passieren. Da legen wir noch flugs einen pinken Filter drüber und schon ist alles altbekannt.
Klar wollen wir, das sich etwas ändert. Dass Frauen wirklich als so unabhängig auch wahrgenommen werden, wie sie oft schon längst sind. Aber bloß niemanden vor den Kopf stoßen. Wir sollen ja höflich sein und so. Wie das uns die pinke Puppe damals schon gelernt hat.
Nur:
So werden wir nicht schneller oder besser . Schneller und besser werden wir nur, wenn wir mit allen fahren. Und vor allem auch mit den Jungs, die „immer so schnell und viel zu gut fahren“. Versucht doch, wenn ihr auf solche trefft, einfach mal dranzubleiben.
Und weitaus am schlimmsten: So ändert sich nichts. Wir schaffen nur neue Räume der Isolation, in denen wir ein bißchen Independence und Selbstermächtigung spielen. Aber bitte in dem Farbschema, das uns die Gesellschaft vorgegeben hat. Und so bleibt es pink.
Ich sage: Geht raus! Verweigert den reinen Mädelstreff in eurer Stadt, sucht Männer, hängt euch an die dran oder hängt sie ab. Mischt euch, redet, radelt. Vergesst die pinken Puppen und die blauen Autos.
RIDE WITHOUT BORDERS!
Studium im Elitenetzwerk Bayern, wissenschaftliche Mitarbeiterin, dann öffentlicher Dienst. Und jetzt: Raus da! Ich, Nürnberger „Gamesbikeliteratin“ (Marion Alexa Müller, Periplaneta Verlag & Mediengruppe) fuhr am 1. Mai 2018 los auf eine gewagte Reise: Von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen. Ohne Pausentag. 110 km und mehr jeden Tag. Allein. Mit Rad. Und Zelt.
Und mit einem ganzen Haufen Geschichten im Gepäck. Denn: Ich schreibe nicht nur meine Doktorarbeit auf eher ungewöhnlichem Gebiet – in den Computerspielwissenschaften. Auch, was ich sonst so mache, ist eher unkonventionell: Ich stürze mich für mein Leben gern auf meinem Mountainbike Berghänge hinunter und schreibe ansonsten kulturkritische Texte über Computerspiele, u.a. für die GameStar, GamePro und das GAIN Magazin, oder Romane, aus denen die Fantasie nur so quillt. Mein neuer Roman „Die Gleichheit der Blinden“ ist gerade erschienen. Vor meinem Studium war ich bereits alleine monatelang in der Mongolei und Russland unterwegs. Mit dem Studium und dem Einstieg in ein „geregeltes“ Berufsleben wurden die Abenteuer dann weniger. Aber nicht für lange. 2016 fuhr ich drei Monate lang mit Rad und Zelt durch Europa. Und nun gab ich dem „geregelten“ Leben ein für alle mal den Laufpass. Jetzt war das Nordkap an der Reihe!
Mit Unterstützung von Velocita Custom Bicycles, VELOmondial, travel & trek und Wechsel Tents und mit dem Specialized Concept Store Nürnberg und stahlrahmen-bikes.de als Medienpartner machte ich mich am 1. Mai 2018 auf den Weg zum nördlichsten Ende Europas.
Und tatsächlich: Nach 30 Tagen Gegenwind, Rentieren, skurrilen Zufallsbegegnungen und einer ganzen Menge Einsamkeit stand ich mit meinem Rad am Nordkap. 3.400 km und knapp 14.000 hm über die Windräderebenen Deutschlands und durch den endlosen Wald, der Schweden heißt, über die finnische Birkenebenen bis hinauf in die schneebedeckte Spitze Norwegens – die Tour war lang, hart und einsam. Was eben manch einer Spaß nennt J.
Und nun? Was bleibt von einer solchen Reise?
Die Geschichten, die man am Wegrand aufklaubt, an den Rändern der eigenen Wahrnehmung, die gerade durch die Einsamkeit seltsam geschärft wird.
Die Erkenntnis über den Umfang und die Stärke des eigenen Willens – und die Augenblicke des Zweifels.
Und vor allem, ganz einfach und banal: Die Lust am Radeln. Immer in eine Richtung. Immer dem Horizont hinterher, der sich jedes Mal neu verschiebt, sobald wir ihn erreicht haben.
Und nun? Wie geht es weiter? Wie in jeder guten Serie – Fortsetzung folgt! Nachdem ich nun den nördlichsten Punkt (Nordkap) und den westlichsten Punkt Europas (Santiago de Compostela/Finsterre) „abgeradelt“ habe, steht der nächste Name auf dem Programm, der nach weiter Ferne und Abenteuer klingt: Gibraltar! Und dann? Der große Traum: Von Nürnberg „zurück“ in die Mongolei. In diesem Sinne: RIDE ON and RIDE YOUR F**** BIKE!
Über meine Radreise(n) schreibe und spreche ich gerne!
Einfach eine Mail an info@norabeyer.com senden!
Den wöchentlichen Blog über die Tour gibt es hier.
PRESSE
Bayerischer Rundfunk Radiointerview „Zu Gast bei Bayern Plus: Eine abenteuerliche Reise: Nora Beyer ist von Nürnberg zum Nordkap geradelt“, 7. Juni 2018
Nürnberger Nachrichten/Fürther Nachrichten: „Nora und das Nordkap“, 15. Mai 2018
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Rumble in Spessart: Enduro One in Roßbach
Hitze, Gewitter und noch mehr Hitze. Dabei Trails, die in Postkartenlandschaften und Märchenwälder reingefräst wurden. Enduro One in Roßbach im Spessart am 9./10. Juni 2018 war ein verdammter Traum.
Gut, die Hitzegewitter zum Sonntag haben die insgesamt sieben Stages in eine teils vermaledeit rutschige Wurzellandschaft verwandelt. Dennoch: Jede der Stages war durchdacht, und ergaben – vor allem mit der überraschend „endurigen“ Stage 4, auf der es knackig bergauf-bergab Hoppe-hoppe-Reiter-wenn-er-fällt-dann-schreit-er ging (und er bzw. ich fielen mehr als einmal ;), insgesamt eine feine Komposition des Shred-tums.
Nachdem ich im Prolog einen guten 6. Platz fuhr, konnte ich im Rennen am Sonntag leider nur den 10. Platz erreichen. Mit dem Alter (schreckliche 30 bin ich ja geworden im Dezember 🙂 kommt die Weisheit, heißt es ja, und das machte sich leider nur allzusehr bemerkbar. Nach einer Handgelenks-OP im Frühjahr und den 30 Tagen RIDE YOUR F**** BIKE! Von Nürnberg zum Nordkap noch in den Knochen (ich war erst seit einer Woche wieder im Land und auf dem MTB) in Kombination mit dem durch die nächtlichen Gewitter rutschigen Untergrund drosselte ich die Geschwindigkeit am Sonntag merklich, was sich in der overall Platzierung letztlich äußerte. Nichtsdestotrotz war es ein Heidenspaß, eine Rutschpartie (der Trick ist, immer in die richtige Richtung zu fallen ;), eine Landschaftsmalerei – kurz: Ein Fest!
Danke an die Veranstalter, an die gutgelaunten Wasserspender und Kuchengeber an den Versorgungsstationen, an die Platzanweiser („Joah, da gibt´s scho an Bägger nunten im Ort, aber da musst di schickn“) und an den Wettergott, dass er am Sonntag letztlich doch ein Einsehen hatte und die Schleusen dicht hielt! Legendär auch die bekloppte Truppe The Soil Samplers, die as Fahrerlager mit konstanten Unkenrufen nach „Leeeennnaaaaaaard“ wach hielten. Rumble in the Jungle im Spessart. Gerne wieder!
Zu Gast bei BlätterRauschen
Mit Hochdeutschland, Löwen wecken und Die Tagesordnung waren beim gestrigen BlätterRauschen in der Kulturkellerei Nürnberg gestern hochkarätige, gesellschaftskritische, beeindruckende und nachdenklich machende Bücher am Start.
Ich selbst habe Joshua Groß Der Trost von Telefonzellen vorgesellt – und, was soll ich sagen: Es war mir ein Fest dieses verrückte, verdammt lustige, verdammt traurige Buch ins Plenum zu werfen. Thompson, Kerouac, alle wären stolz!
Aber Klappe zu und lass das Buch sprechen. Meine Lieblingspassage (als die beiden Protagonisten auf einer verlassenen Baustelle des Nachts Tapeziertische für ihren Buchverkauf auf einem schwülen Parkplatz im Nirgendwo der fränkischen Provinz klauen):
Scheiß drauf, dachte ich. Das ist wenigstens mal ein Tag, der nicht die elende Kopie eines anderen ist. Das ist wenigstens mal eine Konfrontation mit dem, was man manchmal Leben nennt. Das ist wenigstens mal eine warme Nacht, in der ein Dichter einen Tapeziertisch klaut, ein intellektueller Vagabund, ein bescheuerter Doktor, Seite an Seite mit einem bekloppten Maler, ein kaputtes Herz, ein zerstörter Verstand, und tagsüber sieht alles so normal aus, man fährt durch Bayern, diesen lächerlichen Bundesstaat ohne Kulanz, und dann wackelt dieses orange Licht aus den Lampen und man ist verflucht traurig und jedes Lächeln schmerzt, aber man lächelt trotzdem, weil es schön ist und weil Buddha gesagt hat, dass Leben sowieso Schmerz bedeutet und weil zwei Kumpane immer noch einige Kisten voll Bücher im Auto haben und Brause und eine Mundharmonika und das Manuskript von Thelonious Bosch und eine guave-Kompilation und dann ist man sich fast sicher, dass man nicht immer so einsam ist, aber selbst wenn man einsam bleibt, hat man immer noch Freunde und eine Wasserpfeife und es gibt keinen Grund, nicht zu lächeln.
(Was man nicht alles auf 20 m denken kann, hm?)
Way to go, Joshua, du Hundesohn ;)!
Danke an die KulturKellerei für die Einladung und an Thomas Höreth für die Moderation!
