Kategorien
Brandneu

RIDE YOUR F**** BIKE! Von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen. EPISODE 2: Auf der Suche nach Sponsoren


Nachtrag:

Neben Velocita Custom Bicycles folgten noch weitere Sponsoren: Velomondial, travel & trek und Wechsel Tents sowie der Specialized Concept Store Nürnberg als Medienpartner.


Last episode on Nora Beyer´s „RIDE YOUR F**** BIKE“…
Endlich habe ich die vermaledeite Route auf dem GPS. Die Höhenmeter sind berechnet, die Etappen sind abgesteckt und doch ist alles – wie immer – nicht mehr als ein gelb gepunkteter Strich auf einem Bildschirm. Die lange Ebene, der Gegenwind, die Kälte so früh im Jahr, der Regen, der vom Helm tropft, die 110 km jeden Tag für dreißig Tage, die an den Kräften zehren – all das sind noch ferne Variablen, die, obwohl sie bedenklich wahrscheinlich sind, noch kaum Schrecken tragen.
Hart ist es eh immer erst, wenn man mitten in der Schei**e steckt.
EXKURS IN DIE RANDNOTIZ: Für einen kurzen Augenblick überlege ich, die Vulgarität, kurz: die zahlreichen Sternchen **** in dieser Reihe, auszulassen. Ich entscheide mich dagegen. Der Tenor dieses ganzen Reisevorhabens könnte zusammengefasst werden in den Kommentaren von Bekannten, Freunden oder auch Wildfremden, die eben in Mehrheit eben genau so auf mein Vorhaben reagieren: In obszönen Ausrufen à la „Willst du mich ver*rschen? WAS hast du vor? WIEVIEL Kilometer am Tag?“. Die sprachliche Vollbeklopptheit und Härte dieser Reihe soll also der Vollbeklopptheit und Härte der Unternehmung selbst entsprechen. Check.
Zurück zum Thema.
Nachdem ich also nun die vermaledeite Route beisammen habe, kommt die eigentliche Herausforderung.
Bei all den idealistischen Tagträumereien von großen Abenteuern und Exil vom Alltag und einem Otto Normalverbraucher-Dasein habe ich einen nicht unwesentlichen Punkt verdrängt.
Das wird mir schlagartig bewusst, als ich, auf meinem Stadtrad sitze, alte Playlist im Ohr und freihändig (man verzeihe es mir, das Rad hat mir mein Vater überlassen und es ist ganze zwei Nummern zu groß, so dass ich kaum an den Lenker fassen kann, ohne direkt einen Bandscheibenvorfall zu bekommen) an diesem kalten Nachmittag nachhause fahre.
In meinem Ohr erklingt Aloe Blacc:

I need a dollar dollar, a dollar is what I need
Hey hey
Well I need a dollar dollar, a dollar is what I need
Hey hey

„Schei**e“ denke ich mir. Recht hat er.
Aber noch bevor ich vor lauter Schreck vom übergroßen Rad fallen kann, liefert Aloe mir auch direkt die Lösung:

And I said I need dollar dollar, a dollar is what I need
So if I share with you my story would you share your dollar with me

„Wohlan!“ denke ich.
Was kann ich? Schreiben. Oder zumindest: Ob ich das kann, das entscheidet mal besser jeder Leser für sich selbst. Immerhin: Ich tue es gerne und ich tue es seit ich denken kann. Das muss für was gut sein.
Vielleicht, so der Gedanke, findet sich ja jemand, den meine „Story“ interessiert und der dafür eine Münze (oder: irgendwas, was hilft) in meinen Hut (hier: meinen Helm) wirft.
Aber wo anfangen?
Naheliegend. Mit der Frage: Was brauche ich eigentlich? Daheim angekommen erstelle ich fein säuberlich eine EXCEL-Tabelle (Ich habe ein Faible für EXCEL-Tabellen, aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag) mit meinem Ausrüstungsbedarf. Da ich durch meine letzte große Tour, drei Monate mit Rad & Zelt durch Europa, schon einiges an Ausrüstung habe, konzentriere ich mich auf die wesentlichen zwei Probleme, die mir auf einer Reise im Mai zum Nordkap einfallen:
Kälte & Verschleiß.
So weit, so gut.
Ich brauche also vor allem Thermokleidung, denn die habe ich auf meiner Europa-Tour nicht benötigt und deshalb schlicht nicht im privaten Sortiment. Und Fahrrad-Paten. Jemanden, der Verantwortung für mein Rad übernimmt. Dieses wartet bzw. mit guten Komponenten ausstattet – und mich mit Ersatzteilen.
Die nächste Frage: Woher nehmen und nicht stehlen?
Eine zweite Tabelle muss her (natürlich)! In dieser vermerke ich sämtliche Ausrüster, Sportvertriebe und Marken, die mir so einfallen. Diese ordne ich „von innen nach außen“. Übertrieben gesagt: Erst den Radladen bei mir um die Ecke, der wahrscheinlich ein größeres Interesse daran hat mich zu unterstützen als ein Großkonzern irgendwo in den USA, der täglich tausendundeine Sponsorenanfrage erhält. Lokal statt international ist die Devise.
Nun habe ich fast alles. Meine Route ENDLICH auf dem GPS. Meine Tabellen mit Ausrüstungsbedarf. Mögliche Sponsoren. Und vor allem: Eine Idee, die bekloppt genug ist, um Aufmerksamkeit erregen zu können.
Und nun? Raus damit!
Ich poste meine Route auf sämtlichen Social Media Kanälen. Stelle meine durchgeknallte Idee in den Raum.
Und tatsächlich:
„Was brauchste denn?“ schreibt mir André Joffroy, ein flüchtiger Bekannter aus dem MTB-Dunstkreis Nürnberg-Fürth-Erlangen, seines Zeichens Inhaber und Betreiber von
velocita_schriftzug_grau
Velocita baut individualisierte Räder, die den Grundsätzen der Haltbarkeit und Nachhaltigkeit folgen. Für das Kernstück, den Fahrradrahmen, wählt Velocita daher vornehmlich Materialien, die beidem möglichst gerecht werden.
Erste Wahl dabei: Stahl. Denn: Stahl hinterlässt den geringsten Kohlenstofffußabdruck und bietet durch seine Materialeigenschaften möglichst lange Fahrfreude und Sicherheit. Einen Stahlrahmen hat man nicht für eine Saison, sondern für ein Leben.
Aber nicht nur der Rahmen entspricht durch seine lange Lebensdauer dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Auch bei den Komponenten heißt es bei Velocita: Zero Impact ist immer noch der beste Impact. Es wird das verbaut, was möglichst lange hält und am wenigsten Negativeinfluß bei der Reparierbarkeit verspricht.
Das Konzept von Velocita ist – gerade im derzeitigen Karbon-statt-Kondition-Hype ziemlich ungewöhnlich. Nachhaltigkeit statt schneller Profit durch Wegwerfprodukte. Minimalistischer Stahl statt gehyptes Carbon. Das ist verdammt mutig. Und: Das sieht unverschämt gut aus.
Und passt wie die Sahne auf die Erdbeeren. Denn: Mein Randonneur ist eines dieser schmalen, superstabilen, wunderschönen, glorreichen, Stahlrahmenbikes (der geneigte Leser merkt schon, ich bin durchaus ein Anhänger des Materials)
Mein Specialized AWOL Elite:
AWOL_Portrait..png
Velocita wird mich auf dieser beklopptesten aller Touren (im ganz und gar positiven Sinn) mit ihrem Know-How unterstützen! Darüber bin ich nicht nur sehr glücklich, weil dieses Know-How immens ist und meine Tour erst möglich macht. Ich bin vor allem auch stolz darauf von einem Hersteller unterstützt zu werden, der sich gegen den Einweg-Mainstream stellt und in seiner Velosophie ethischen Grundsätzen folgt, die sich manch ein großer Hersteller ökonomisch sehr viel eher leisten könnte. Respekt.
Velocita wird mich also bei meiner Story begleiten. Mit Rat, Tat und Kettenöl.

Danke dafür!

IMAG2881
Ein paar Schnappschüsse vom ersten Werfen-wir-mal-ein-Blick-auf-das-Rad-Treffen bei Velocita in Erlangen:

IMAG2880
André Joffroy – Inhaber und Betreiber bei Velocita custom bicycles, Blendinger und Joffroy GbR

IMAG2873
Velocita custom bicycles aus Fahrradperspektive: Quasi im Wartezimmer beim Herrn Doktor XD – Das fesche Weiße im Vordergrund ist natürlich mein Specialized AWOL

IMAG2879
#butfirstletmemakeaselfie / Bei Maestro André in der Werkstatt


Und in der nächsten Episode:

EPISODE 3: Über´s Fortgehen und Ankommen

 

Kategorien
Brandneu

Hellblade: Senua´s Sacrifice

The hardest battles are fought within ourselves. This is what the voice whispers. One of the many voices I hear. In my head.
Slowly, the river runs towards the ever darker marshes. Rotten corpses appear in the fog. I am on the direct road to the realm of death. Literally.
In Hellblade: Senua´s Sacrifice, we follow young warrior Senua into the limbo of Nordic mythology to find her lost lover. This is not as epic as it sounds. Soon I realize that Senua´s major issue may not be the quest and the demonical foes she encounters but the omnipresent voices in her head.
They whisper doubt or courage into her heart, sometimes lift her up, most of the time bring her down. They yell, they mock, they laugh, they shout.
Senua is apparently and irretrievably insane.
Are the demons we fight even real or only in our heads? Every time I fail and die, Senua stands up again. But her arm gets ever darker with every death as a mark of the spreading insanity. How long until she will be consumed by the darkness?
Senua is clearly psychotic. In a world where there is no concept for psychosis. Only for superstition and nightmarish stories. Her struggle with her inner darkness and the ghosts of her past is not only reflected in the voices that haunt and comfort her all at the same time but in the very game mechanism itself.
The game literally hurts. Every enemy encounter is a battle barely won (and many times lost). In between, I try to make sense of the signs and riddles and tokens Senua sees in all things. And I begin to doubt this very undertaking when the voices raise the doubt that she only imagines things to have meaning. There is no meaning. Is there? Am I on a hopeless journey in a pathological mind?
But I fight on. And with every combat I win and every riddle I solve, I begin to realize the truth in it: The hardest battles are fought within ourselves.
The game hurts. It sends me helpless into a world of subtle insanity that always lurks beneath the surface, ready to break out any time. It puts overpowering opponents in my way. It makes me afraid of every battle. It makes my heart pound. It frustrates me with many deaths. It leaves me alone in the darkness that is Senua´s despair. But I fight on, I struggle, I try over and over again. I stand up so many times. Despite my fear, my frustration and my lingering doubt about the sense of this venture.
 
In the end, I am worn out. But Senua came to understand the root of all evil that haunts her mind. Now I stand before the darkness that is myself and fight the last battle. The boss fight seems traditional. Foes over foes. And me and my mighty sword in the midst of the fray.
But the foes do not falter. When I kill three, four more follow. I keep on fighting. Struggling. When at last I realize, that the voices in my head have altered. There is merely one I hear now. And every time I lie on the ground, nearly defeated, it whispers to give in, to give up the fight.
„Let go of your battle. You have done enough.“
But I stand up again, ignoring the bleeding, the despair, the fear.
Until I realize.
The game wants me to lose.
I can only win by giving in. By letting go.
And I understand: The game is not ABOUT Senua´s psychosis and her struggle to overcome it. The game IS the psychosis that needs to be overcome.
To win the game, to cure myself, I need to stop playing. I need to lose.
And when the enemy strikes me down this time, I pull my hands away from the controller. I let go.
The catharsis is immediate and it is overwhelming.
And after the end, after leaving the game and returning to my life, it still echoes. And I feel a bit like coming straight from Freud´s couch. I feel freer somehow, a bit detached from everything. I feel as if a burden is lifted from my shoulders. It is only a game. But it does echo in my own mind.
And it tells a very true story: The hardest battles are fought within ourselves.
And sometimes the catharsis lies in being defeated. To be free, you sometimes have to lose.


Hellblade: Senua´s Sacrifice on Steam

 
 

Kategorien
Brandneu

Die Gleichheit der Blinden: Buchpremiere & Lesung


Berlin, Berlin, wir fa(u)hren nach Berlin!
Am 17. Februar war es endlich soweit: Bei der Nacht der Drachenfliege im Periplaneta Literaturcafé in Berlin kam es unter rauschendem, wildem Applaus meiner mitgereisten fränkischen Freundesbande (die besten auf dem ganzen Erdenrund!) zur Weltpremiere meines dystopischen Romans Die Gleichheit der Blinden.
Es wurde reichlich gelesen, gelauscht, gelacht und getrunken!
Danke an Marion Alexa Müller, Thomas Manegold, André Ziegenmeyer und Robert Rescue für einen – Pardon! – saugeilen Abend!
Nun ist sie also in der Welt, die Geschichte von den drei Dingen, den Untiefen und Fegefeuern der absoluten Gleichheit und zwei wahrscheinlich ganz und gar durchgeknallten Mädchen, deren Geschichten in verschiedenen Welten untrennbar miteinander verwoben sind.
Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Die ersten Zeilen sind vorgelesen und jede weitere Zeile, jeder Satz und jedes Wort, das von Ihnen, euch und dir nun im Buch gelesen wird, erweckt die Geschichte mehr zum Leben – bis…nun ja.
Lest selbst.
Aber Achtung: Fantasie ist nicht ungefährlich!
Lest selbst.
blue_line.

Buch bestellen

 
 

Kategorien
Brandneu

Die Gleichheit der Blinden – BUCHRELEASE

Cover-gleichheit-1500
Die Gleichheit der Blinden ab jetzt erhätlich!

PRESSEMITTEILUNG

In dem dystopischen Fantasy-Roman schickt die Nürnberger Autorin zwei ungewöhnlich fantasiebegabte Protagonistinnen auf eine gefährliche Reise. Kernfrage des von Philosophie und modernen Computer-Games inspirierten Buches ist, welche Auswirkungen es hätte, wenn flächendeckend eine gesellschaftliche Gleichstellung aller Menschen eingeführt werden würde. 
Der düstere und packende Roman entwirft in zwei unterschiedlichen Welten rätselhafte Szenarien und beschließt mit einem genial erdachten Finale Grande.

KLAPPENTEXT

Zwei Mädchen, zwei Welten, eine Geschichte.
In den Republiken Allelands ist der Frieden bedroht, weil die Fantasten rebellieren. Die Gleichheit, die von den Egalitaristen einst mühsam erkämpft wurde, ist in Gefahr. Deshalb brennen die Scheiterhaufen, und auch die Fantastin Anna ist zum Tode verurteilt. In einem anderen Raum und in einer anderen Zeit lebt die Waise Elsa nun bei der gestrengen Frau Heidelbrecht. Sie ist die Erste, die einigermaßen mit der sonderbaren Eigenbrötlerin zurechtkommt. Doch als plötzlich bedrohliche Dinge geschehen, ist es mit dem Verständnis für Elsas „Wolpertingerei“ vorbei.
Auf unerklärliche Weise sind die Schicksale von Anna und Elsa miteinander verknüpft. Eine Diktatur ist zu stürzen und ein Rätsel zu lösen – koste es, was es wolle. 
Ein dystopischer Fantasy-Roman und eine Hommage an die Vielfalt und die Kraft der Gedanken.

INFOS

NORA BEYER: „Die Gleichheit der Blinden“
März 2018, Periplaneta Berlin, Edition Drachenfliege
1. Print: Buch, Klappenbroschur 236 S., 20,6 x 13,5 cm, ISBN: 978-3-95996-081-6, GLP: 14,00 € (D)
2. Digital: eBook; ISBN: 978-3-95996-082-3, GLP: 7,99 € (D); erhältlich als epub und als Kindle bei Amazon

Buch bestellen

Pressemitteilung 

blue_line.

NEWS

INTERVIEW zum Buchrelease: Fragen, Antworten und STOP-Schilder in der mongolischen Steppe

Die Gleichheit der Blinden: Buchpremiere & Lesung

Die Gleichheit der Blinden: BUCHRELEASE

TEASER: Die Gleichheit der Blinden

Dystopie now! LESUNG bei der Nacht der Drachenfliege in Berlin

Kategorien
Brandneu

AufgeLESEN: Zitiert von spielen.de

Das Nachdenken anregen, Diskussionen befeuern und – produktive – Streitereien anzetteln – genau das soll e-thics. Die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen in Spielen will Spuren hinterlassen. Wenn aus diesen neue Gedanken, Diskurse und Hirnereien entstehen, dann: MISSION ACCOMPLISHED!
Wie im November 2017 auf spielen.de – eine der umfangreichsten Spieledatenbanken im deutschsprachigen Web. Hier wurde mein GameStar-Artikel über Tabus in Spielen (Ausgabe 9/2017) Thema einer spannenden, klugen und reflektierten Forumsdiskussion.
Danke, @Sebastian Wenzel!
Think on!

Die vollständige Diskussion gibt es hier.

12

Kategorien
TEXTE / GAMING

TEASER: Die Gleichheit der Blinden

Ein dystopischer Roman über Unterdrückung, die (wortwörtliche!) Macht der Fantasie und den Umsturz zweier Welten. Oh, und natürlich über sprechende Ratten, Riesenameisen und wandernde Berge. Und über die LIEBE. Natürlich. Es geht immer um die Liebe, nicht wahr?

Erscheint im März 2018 in Periplaneta Verlag & Mediengruppe

Alle Infos hier und auf www.periplaneta.com

blue_line.
Equality of the Blind – A dystopian novel about repression, the (literal!) power of fantasy and the overthrow of two parallel worlds. Oh, and about talking rats and giant ants and shifting mountains, of course. And LOVE. As it always is about love, isn’t it?

To be released in March 2018 in Periplaneta Verlag & Mediengruppe

For news and more click here or visit www.periplaneta.com

 

 

 

Kategorien
Brandneu

RIDE YOUR F***** BIKE! Von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen. EPISODE 1: Die vermaledeite Route

Alles hat mit diesem verdammten Traum angefangen. Oder eher: Mit dieser Angst, dieser leisen, die immer schon da gewesen ist, aber mir nun – nachdem ich die gefühlt greise Schwelle zu meinem dreißigsten Lebensjahr überschritten hatte – mitten ins Gesicht trat. Die Welt wartet mit Träumen auf dich, das zumindest dachte ich die längste Zeit meines Lebens. Dann lag die Universität hinter mir und die Realität war eine andere.
Die Welt wartet nicht mit Träumen auf dich. Sondern mit Bürostühlen.
Aber während mein Leben statt des Abenteuers von 9 to 5 verlief, stieß ich überall auf Traumschnipsel. Und den Widerstand.
In Jack Kerouac´s The Dharma Bums:

Because in the end, you won’t remember the time you spent working in the office or mowing your lawn. Climb that goddamn mountain.

Bei Max Frisch:

Oft, während ich hier sitze, immer öfter wundert es mich, warum wir nicht einfach aufbrechen – wohin?
Es genügte, wenn man den Mut hätte, jene Art von Hoffnung abzuwerfen, die nur Aufschub bedeutet, Ausrede gegenüber jeder Gegenwart, die verfängliche Hoffnung auf den Feierabend und das Wochenende, die lebenslängliche Hoffnung auf das nächste Mal, aus das Jenseits – es genügte, den Hunderttausend versklavter Seelen, die jetzt an ihren Pültchen hocken, diese Art von Hoffnung auszublasen: Groß wäre das Entsetzen, groß und wirklich die Verwandlung.

Ja, selbst im Trash-TV schlägt einem die Sehnsucht nach Ausbruch entgegen: Goodybe, Deutschland! Klar mit naiver Grundstimmung. Oder wer meint schon ernsthaft nach Spanien auswandern zu können ohne ein Wort Spanisch lernen zu müssen? Völlig egal. Tenor war: Der uralte Traum von Freiheit, Ferne und Abenteuer muss nicht am Schreibpültchen enden. Die Welt mag kartographisch komplett erschlossen sein. Aber wir, die wir brav unsere Jahresurlaube auf den Malediven verbringen und ansonsten pünktlich im Büro sitzen, wir haben doch keine Ahnung. Da wartet das Abenteuer immer noch an jeder Ecke. Also los!
Gedacht, getan.
Der Plan:
Mit dem Rad von Nürnberg zum Nordkap. Allein als Mädel. 30 Tage. 3.200 km. Ein ganzer verdammter Haufen Höhenmeter. 110 km pro Tag. Pausentage? Null. Nada. Nüscht. Schmerzen? Geil! Erkenntnisgewinn? Mal sehen. Existenzielle Fragen, die sich auf endlosen Kilometern im Gegenwind stellen: Voraussichtlich ein ganzer Haufen, so Pi mal Daumen.
Nur, wo anfangen?
Mit dem Naheliegendsten natürlich: Der Route!
Ach, Moment. Davor noch ein kleiner Schritt: Guten Mutes das Herz festhalten und den Arbeitsvertrag kündigen. Oder nicht verlängern. Oder aussetzen. Wir wagen den Schritt in das Unbequeme, das Unbekannte oft nur, indem wir Brücken hinter uns abbrechen. Ansonsten kehren wir immer um – das ist nur allzu menschlich. Wir gehen dann nach vorne, wenn es keinen Weg zurück gibt.
Jede Reise markiert zugleich den Übergang in etwas Neues. Der Schritt ins Wagnis – in meinem Fall von der geregelten aber eindimensionalen Anstellung als Arbeitnehmer zur Entwicklung hin als freiberuflicher Game Journalist, Autor und Bike Guide.
Warum das Nordkap? Nachdem ich 2016 bereits drei Monate und 4.500 km durch Mittel- und Westeuropa geradelt bin, will ich diesmal in den Norden. In meiner Vorstellung riecht es da nach Schnee und Eis, die Landschaft ist karg, rauh und vergibt nichts. Und der einzige konstante Wegbegleiter ist der beißende Wind. Genau die richtige Echokammer für das Ringen gegen die eigenen Ängste und Unzulänglichkeiten.
Wenn ich das schaffe, schaffe ich alles. Pathetisch ausgedrückt.
Genug des Vorworts und bedeutungsschwangerer, existenzieller Überlegungen!
Legen wir los!
Mal sehen.
Route erstellen und auf das Navigationsgerät meines Wunsches laden…Bei den Kartengrößen gar nicht so einfach.
Wie? Aha. So könnte es funktionieren…

Ungefähr neun Stunden später…
Aha! Heureka! Ich hab´s!
‚*%$&$“´?“§/ (zensiert)! Doch nicht. Diese vermaledeite Route!

Nach weiteren drei Stunden in Gesellschaft von Mapsource, dem Garmin Endgerät und DEM INTERNET ALS LEXIKON FÜR VERQUERSTE PROBLEMLÖSUNGEN habe ich es geschafft!
Hier nun die Route:
[googlemaps https://www.google.com/maps/d/embed?mid=14JEiRSDs1-fqD7Q0pEuFZOt8F4iAs3uP&w=640&h=480]
Ihr wollt selbst hinaus ins Abenteuer und ringt mit der Routenerstellung? Oder der einschlägigen Software? Ich helfe euch gerne.


Und in der nächsten Episode:

EPISODE 2: Auf der Suche nach Sponsoren

Kategorien
Brandneu

Dystopie now! LESUNG bei der Nacht der Drachenfliege in Berlin

Am 17. Februar 2018 lese ich bei der Nacht der Drachenfliege des Periplaneta Verlags in Berlin aus meinem 2018 erscheinenden dystopischen Roman Die Gleichheit der Blinden.

Fantasy-Lesenacht beim Periplaneta Verlag

Bei Fantasy denkst Du an glitzernde Vampire, Elfen mit spitzen Ohren oder kleine Jungs mit Haaren an den Füßen, die einen Ring irgendwo hinbringen müssen?

Wir bei Periplaneta gehen es da eher unkonventionell an. Ja, wir reiten auch gern mal ein Klischee, aber unsere Einhörner können auch Zebras sein, die einen Elefantenstoßzahn mit sich herumtragen.  Da gibts dann auch vegane Wölfe, versaute Feen oder sogar ganze High-Fantasy-Romane ohne Drachen, Elfen und Orks.

Zum vierten Mal veranstalten wir diese neue epische Lese-Reihe im Periplaneta Literaturcafé, mit Marion Alexa Müller, Robert Rescue, Nory Beyer und André Ziegenmeyer. Sie präsentieren utopische Dystopien, skurrile Hörspiel-Märchen und moderne Fabeln.

Es gibt also reichlich Kopfkino und Futter für Deine Synapsen, gebrutzelt in schrägem Humor, mit einer Prise Sarkasmus und einer Portion Realsatire gewürzt, hat man also immer was zu lachen und lernt auch noch was dazu.

Eintritt frei!

Wann? 

17.02.2018, 20:00 Uhr

Wo?

Periplaneta Literaturcafé Berlin
Bornholmer Str. 81A
10439 Berlin

Alle Infos hier!

 

 

 

Kategorien
BIKING

Hello, world! Photoshoot, next round!

Back with Photographin Natalia Wrzaszczyk auf dem Trail…öh…in den Tiefen des verlassenen Volksbades…öh…alles falsch. Cut. Neue Szene. Neue Szenerie. Diesmal ganz klassisch mit – nicht bröckelndem – Dach über dem Kopf und Garderobenpuderquastengeruch in der Nase: Shooting im Studio. Mit Licht und Schatten, wie´s beliebt. Mit Schabernack, Blödsinn und Ernst, Lächeln, Grinsen und ganz viel CANYON-Cap. Und natürlich dem brandneuen Schriftzug auf den Armen.

Your round. Our round. Next round.

220171215-IMG_998720171215-IMG_9993 (1)20171231-20171215-IMG_9968korrps20171215-IMG_9702320171215-IMG_970920171215-IMG_985820171215-IMG_984620171215-IMG_991920171215-IMG_981520171215-IMG_984620171215-IMG_9836-2
 

Kategorien
BIKING

Ride High – Dive Deep: Photoshoot im Volksbad Nürnberg

Photoshoot mit Natalia Wrzaszczyk im 1994 stillgelegten Volksbad Nürnberg. In den 90ern noch Heimat der Techno-Szene, ist das 1911-1913 im Jugendstil erbaute Bad heute verlassen. Der Putz bröckelt von den Wänden, das Licht flackert und bricht sich in den gesprungenen Fließen. Es liegt ein Hauch von Postapokalypse in den Schatten der hohen Hallen – 28 Weeks Later im Frankenland.

Perfekt zum Shredden in kafkaesker Szenerie!

20171127-IMG_9157 - Kopie20171127-IMG_9163 - Kopie20171127-IMG_9174 - Kopie20171127-IMG_919820171127-IMG_904720171127-IMG_9335