Autor: Nora Beyer
Strohsterne
Geschlemmt. Alte Spielstände angespielt und totally lost gewesen. Geschlemmt. Babyboy davon abgehalten, Strohsterne vom Weihnachtsbaum zu reissen. Geschlemmt. Im Regen (sic!) spaziert. Auf Schnee gehofft. Geschlemmt. Mails gecheckt (mea culpa). Geküsst und geküsst worden. Weihnachtsambience-Jazz auf YT in Endlosschleife gehört. Gestritten und wieder vertragen. Geschlemmt. Besonnen auf das, was wirklich wichtig ist.
Level achievements:
Nickerchen: 0
Bäuchlis gebrrrrrrt: 1 (wiederholt)
Spread love: Inflationär
Unser erstes Weihnachten zu dritt.
Und wie war’s bei euch?
#kindgedanken #weihnachten #levelup
Frohes Fest!
Der zweite Teil meines Reports zu Frauen in der Spielebranche ist heute auf GameStar (PLUS) erschienen.
HIER GEHT´S ZUM ARTIKEL
Ein ganz herzliches Danke an die Gesprächspartnerinnen und -Partner: Lena Fischer, Simone Lackerbauer, Nina Kiel, Lea Schönfelder, Kim Belair und dem Team von Sweet Baby Inc, Kate Edwards, Natalie Lawhead, Marta Aguilera, Marina Amores, Prof. Dr. Monika Schlachter und Prof. Dr. Martin Maties.
DANKE vor allem auch den im Beitrag anonym gebliebenen Frauen für Ihr Vertrauen und Ihren Mut! Danke an euch und alle Frauen, die – trotzdem – in der Videospielbranche arbeiten und sich – trotzdem – für Games einsetzen, sie entwickeln, über sie schreiben und sie spielen!
Das war 2021
2021.
Ein Jahr in Schlangenlinien.
Noch hochschwanger habe ich weitergearbeitet, weil ja #selbstundständig und auch noch Turbo in meinen beiden Ehrenämtern als Sprecherin der DIMB IG Nürnberg-Fürth und in der Redaktion des GAIN Magazins.
Dann von einem Tag auf den anderen – alles anders. Drohende Frühgeburt in der 30.SSW, sofort ins Krankenhaus. Lungenreife. Schlechte Aussichten. Jeder Tag zählt. Liegen, liegen, liegen. So wie damals wochenlang nach meinem Unfall, der mich fast das Bein gekostet hätte. Keine guten Flashbacks.
Am Ende kam unser Kleiner sieben Tage über Termin. Wieder mal: Womit keiner gerechnet hätte. Wie mit dem Bein: Dass das nochmal wird. Irgendwie wird es. Irgendwie immer irgendwie.
Ein paar Tage nach Geburt zurück in die ehrenamtliche Arbeit. Dann auch back to office. Kampagne gehandlet, mit dem Kleinen in einem Arm, Laptop im anderen. Irgendwo zwischen gehetzt und glücklich. Schlafentzug und Seligkeit.
Ein Jahr voller wunderbarer, inspirierender, spannender, aufreibender, aufregender Projekte und ebensolcher Menschen geht zu Ende.
Ein Jahr, in dem ganz neue Kapitel aufgeschlagen wurden. Das größte, schönste sicherlich: Unser Sohn, das nagelneue Main Quest.
Zeit auch, dass das ein oder andere Nebenquest sein Ende findet. Man kann nicht überall sein, schon gar nicht mit dem Herzen.
Deshalb ist 2021 auch ein Jahr der Grenzen. Grenzen setzen, Grenzen ziehen, Grenzen wertschätzen.
Nach zwei so intensiven wie anstrengenden Jahren konzentriere ich mich zukünftig auf mein zweites Ehrenamt für das GAIN Magazin und scheide aus meinem Amt als Sprecherin der DIMB IG Nürnberg-Fürth aus. Leicht fällt mir das nicht, immerhin habe ich das Ding damals angeleiert und zahllose Stunden, Nerven, Textzeilen, Telefonate, Vor-Ort-Termine da rein gesteckt. Aber es ist ein guter Zeitpunkt: Die IG ist den Kinderschuhen, in denen sie damals gegründet wurde, längst entwachsen. Die Grundlagenarbeit ist getan und hat stabile Fundamente. Jetzt muss sich dieses Projekt auf den vielen Schultern der Community tragen. Danke an alle, die sich mit auf den Weg gemacht haben!
Auch im dritten Jahr meiner Selbstständigkeit gilt mein Dank vor allem meinen Auftraggeber*innen und Partner*innen. Es ist mir eine Ehre und ein Fest, für euch Textarchitektin, Contentcombolady, Gamesguru, Bike-Trainerin zu sein!
Ein herzliches Danke geht raus an Möbelkollektiv, VGN Uli Büscher, GameStar, GamePro, DER SPIEGEL, SIEMENS, Bildungszentrum Nürnberg, Das Institut für Biomedizin des Alterns an der FAU, WERK1.Bayern GmbH, Birol Seckin & Luftreinigung.de und alle anderen wunderbaren, kreativen Menschen da draußen, denen ich begegnen durfte!
Danke an das GAIN Magazin fürs einfach-geil-sein!
Danke an meinen Doktorvater für das Verständnis und die Geduld!
Nun ist es an der Zeit, den Blick auf 2022 zu richten – und auf einige Herzensprojekte, die im Brötchenverdien- und Kinderbespaßalltag etwas zu kurz gekommen sind.
Vom 21. Dezember 2021 bis zum 16.Januar 2021 bin ich deshalb in Projektklause und nur eingeschränkt erreichbar.
Ich wünsche euch allen einen Winter mit dampfendem Tee, verschlafenen Sofanachmittagen, Gesundheit und Pulverschnee aus dem Kindheitsnostalgietraumland!
#projektklause #danke #daswar2021
Wir haben ein Problem.
Und das beschränkt sich längst nicht auf den aktuellen Skandal um die sexuellen Übergriffe bei Activision Blizzard, Ubisoft und Co.
Die Antworten sind erschütternd.
Zeit, für eine Zäsur.
Zeit, all diesen Frauen endlich eine Stimme zu geben. Auch wir als Journalist*innen tragen hier Verantwortung. Es ist richtig und wichtig, dass sich die GameStar diesem Thema widmet.
Für mich war es wahrscheinlich der bislang belastendste Artikel. Auch, weil ich meine eigenen Erfahrung in vielen der Schilderungen meiner Gesprächspartnerinnen wiedergefunden habe.
Gerade, weil ich beruflich und im Ehrenamt in zwei traditionell männerdominierten Sparten – Games und Mountainbiken – unterwegs bin, kenne ich, leider, vieles davon.
Wenn ich gegen etwas argumentiert habe, hat man mir Emotionalität vorgeworfen.
Wo ich führte, warf man mir „Tyrannei“ und „Wolfsmutter“Gehabe vor.
Ich war wahlweise zu hart, zu männlich, zu „verbissen“ oder zu weich, zu „weibisch“.
Ich machte immer zu viel, aber irgendwie auch nie genug.
Männer drängten sich in dem Vordergrund mit dem Vorwurf, dass ich mich zu sehr in den Vordergrund drängen würde.
Erfahrungen, die marginalisieren, die sprachlos machen, weil sie einem die Stimme aberkennen, vorenthalten, gehört zu werden.
Ein Mann in führender Position des lokalen DAV Fürth sagte mir klipp und klar, dass er mich nicht anerkenne als Sprecherin in meinem Ehrenamt für die DIMB IG Nürnberg-Fürth. Obwohl ich gewählt war. Obwohl ich in dieser Position und Rolle agierte. Es gibt keinen gemeinsamen Nenner, wenn das Gegenüber Grundlegendes nicht anerkennt.
Das ist das eigentliche Problem: Der Boden potentieller gemeinsamer Inter-Aktion wird schlicht entzogen.
Als Frau ist man vieles: Aber sicher nie genug.
Ich habe erlebt, dass man dem übergriffigen Mann eher glaubte als mir und mich in Frage stellte.
Ich wurde im Club auf offener Tanzfläche mit Gewalt geküsst.
Ich wurde auf dem Weg mit dem Fahrrad zur Arbeit von einem Fremden mit Gewalt angehalten, der mir dann in den Schambereich gefasst hat.
Ich wurde in der U-Bahn am frühen Abend von zwei Männern belästigt – sie fassten mir an die Brust.
Belangt wurde nur ein einziger Fall. Ich hatte den Mann, der mich auf dem Fahrrad gestoppt hatte, geistesgegenwärtig dann noch verfolgt und das Kennzeichen notiert, als er davonfuhr. Die Polizei hat ihn dann wirklich gefunden, er hat gestanden.
Mir wurde nahegelegt, in einen Täter-Opfer-Ausgleich zu gehen, weil man sonst nicht viel tun könne. In dem Gespräch hat dann vor allem der Mann geredet und darüber geklagt, wie schlimm das für ihn und seine Familie war, als die Polizei vor der Tür stand. Ich habe danach 300 Euro bekommen. Die Quittung habe ich noch. Als ich aus dem Gericht draußen war habe ich gekotzt.
Es ist das allererste Mal, dass ich das so aufliste. Ich kam bislang nie drauf. Weil es immer irgendwie normal schien.
Normal, dass sowas passiert. So gut wie jede Frau in meinem Bekanntenkreis hat sowas zu erzählen. So ist das eben. Als Mann geht man abends nach der Kneipe im Dunkeln halt heim. Oder in die Arbeit – angstfrei. Oder engagiert sich im Verein – ohne Schmutzkampagnen ertragen zu müssen. Als Frau ist irgendwie alles anders.
Jetzt, wo ich selbst Mutter bin scheint mir das grotesk. Ich will, dass es anders ist.
Und ihr?
Bestellt jetzt die brandneue GAIN und lest meine Beiträge zur Terrorismusgeschichte in Spielen!
