Niedlich, fluffig, putzig – so scheint das 1994 für den Super Nintendo erschiene JRPG Earthbound auf den ersten Blick. Aber unter der zuckersüßen Oberfläche lauert das Grauen!
Autor: Nora Beyer
Eine Redaktion junger, kreativer Köpfe aus allen Ecken Deutschlands, allen voran Michal Hejzner, die Spiele aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachten – und das unabhängig vom und oft auch gegen den Mainstream – das ist GAIN Magazin!
Aber nicht nur der Content stimmt – auch Layout und Haptik des Magazins sind stimmig, hochwertig und einfach, ja, leider geil!
Dafür wurde das GAIN Magazin nun ausgezeichnet: Unser Magazin hat den German Design Award 2019 in der Kategorie Excellent Communications Design gewonnen!
Ich freue mich unglaublich, Teil des Teams sein zu dürfen, das an vielen Stellen im deutschen Spielejournalismus Pionierarbeit leistet: Anders denken, anders spielen, anders schreiben! DANKE!
Bildquelle Titelbild: Rat für Formgebung, Foto: Lutz Sternstein
Nach der bis zum letzten Platz rappelvoll ausgebuchten Premiere meines Radreisevortrags „RIDE YOUR F**** BIKE! Von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen“ am 14. Januar 2019 im Kino Babylon Fürth (Kooperation mit dem ADFC Fürth) geht die Reise weiter!
Nächster Termin FÜRTH: 25. Februar, 19:00 Uhr, Babylon Kino Fürth!
Nächster Termin ERLANGEN: 01. April, 19:00 Uhr, Kulturzentrum E-Werk!
Nächster Termin LAUF a.d.Pegnitz: 24. Oktober, 19:30 Uhr, PZ-Kulturraum!
Nächster Termin NÜRNBERG: 26. November 2019, 19:00 Uhr, Gemeinschaftshaus Gostenhof!
Das GAIN Magazin gewinnt den German Design Award im Bereich Excellent Communications Design Editorial! Ich bin glücklich und dankbar, Teil des wunderbaren Kreativteams um Michal Hejzner sein zu dürfen! An diesem Freitag gehts auf die Preisverleihung nach Frankfurt a.M. – und ich werde natürlich fleißig darüber berichten :)!
Seid dabei!
Die Truman-Show on Bike
Es gibt mindestens so viele Gründe für das Biken wie Scheherazade dem König Schahriyâr Geschichten in Tausendundeiner Nacht erzählt. Es gibt – mal abgesehen von einer Handvoll Grundregeln gegenseitigen Respekts und Respekt vor der Natur – kein Richtig und Falsch, wenn es ums Mountainbiken geht. Jeder nach seiner Façon. Jeder so, wie er´s braucht.
Das mal vorab.
Dann gibt es aber im Mountainbike-Bereich, so wie in fast jedem Freizeitbereich heutzutage, eine Tendenz zur Bedeutungssucht. Mal polarisierend ausgedrückt. Es scheint, dass uns das Zeitalter des Lebens 2.0 nicht nur in unserem Arbeitsalltag zu einem Immer-schneller, Immer-weiter, Immer-mehr treibt, sondern auch auf den Freizeitbereich übergreift, der uns ja eigentlich die Gelegenheit geben sollte, aus unserem alltäglichen Wendekreis des Stresses eben auszubrechen. Der Wald als Zufluchtsort, der Trail als safe haven, auf dem wir ganz im Hier und Jetzt sind und sein dürfen. Zumindest geben wir das vor. Und dann fahren wir doch wieder auf sämtliche Bike-Events, von der Schnitzeljagd über die Rennveranstaltung bis zum Fahrtechnikcamp am anderen Ende der Welt.
Warum?
Wir schwärmen auf sämtlichen Social Media-Kanälen von der heilsamen Stille und Einsamkeit inmitten des Waldes, dem Zurückgeworfen-sein-auf-uns-selbst, ohne zu erkennen, dass wir im Augenblick des Postings eben diese Stille und Einsamkeit selbst konterkarieren, indem wir sie der Massenöffentlichkeit des digital-sozialen Lebens opfern. Anstatt auf uns selbst zurückgeworfen zu sein, werfen wir unser genuin intimes Erleben der digitalen Nacktheit zum Fraß vor.
Warum?
Reicht es nicht mehr, da zu sein? War ich nur da, wenn es ein Foto von meinem Da-sein gibt? Wenn ich eine Merchandising-Plastiksocke der Bike Republik Sölden mitgebracht habe? Wenn da mit mir noch mindestens ein ganzer Haufen anderer mit mir da war, der wiederum meine Anwesenheit am Event XYZ bestätigen kann? Es ist, als müssten wir unser Dasein selbst, oder gerade, in unserem Freizeitverhalten, konstant revalidieren. Weil es ansonsten nicht existent wäre? Weil es keine Bedeutung hätte, wenn ich den Pass hochgeradelt bin ohne oben an der Passhöhe ein „Beweis“-Foto gemacht zu haben? Es ist, als müssten wir uns unserer eigenen Bedeutung konstant versichern.
Genau damit spielen Plattformen wie Instagram, Snapchat und Co. ja. Sie zielen auf eine grundmenschliche Eigenschaft – das Bedürfnis nach Anerkennung. Erhalten wir Anerkennung, erhalten wir Bedeutung. Unser schlimmster Albtraum in einem Zeitalter, das sich konstant selbst seiner eigenen Bedeutung versichern muss, ist die Bedeutungslosigkeit. Die lediglich fünf Likes unter unserem neuesten Post.
Aus dieser Tendenz freilich spricht der Narzissmus einer Postmoderne, die sich selbst zu wichtig nimmt. Und gleichzeitig liegt ihr doch etwas ganz anderes zugrunde: Infantile Unsicherheit. Wir müssen uns nur dann konstant unserer eigenen Bedeutung über externe Gratifikation versichern, weil wir heillos verunsichert sind. Wir sind wie die kleinen Kinder, die die Sandburg nicht deswegen bauen, um sich in ihr zu verlieren, sondern um den Erwachsenen zu gefallen. Um das heiß ersehnte Lob zu erhalten, dass wir durch unser eigenes Tun und durch dieses allein nicht bekommen können – weil es uns nicht um die Sache geht.
Diese Bedeutung aber, die wir uns von außen holen – durch Likes, durch Events – ist nicht nachhaltig. Heißt: Sie hält nicht an. Sie ist wie die Fanta, die nur einen Augenblick lang den Durst vermeintlich löscht, aber uns kurz darauf noch durstiger zurücklässt. Wir brauchen mehr. Mehr Bilder, mehr Likes, mehr Events. Wir sind regelrecht süchtig nach der Bedeutung, die wir durch diese erleben.
Aber diese Bedeutung ist nur kurzfristig. Sie ist gewissermaßen nur geskriptet – eine hübsche Fassade des Paradieses, in dem die Früchte sich aber bald als glänzende Plastikattrappen herausstellen. Es gibt uns nichts am Ende des Tages.
Warum?
In der philosophischen Theorie unterscheidet man zwischen intrinsischem Wert und extrinsischem Wert. Der intrinsische Wert eines Dings, eines Zustands oder einer Handlung ist der, der in dem Ding, dem Zustand oder der Handlung selbst liegt. Der extrinsische Wert ist etwas, das Dingen, Zuständen und Handlungen nur mittelbar zukommt.
Ein Beispiel: Nehmen wir mal an, jemand fragt uns, ob es gut sei, anderen zu helfen. Normalerweise würden wir dann antworten: Ja, klar! Nun fragt der andere aber weiter, warum es denn gut sei, anderen zu helfen. Wir würden vielleicht so etwas sagen wie: Es ist gut, anderen zu helfen, weil es gut ist, wenn deren Bedürfnisse erfüllt werden. Werden wir dann weiter gefragt, warum es denn gut sei, wenn die Bedürfnisse anderer erfüllt werden, dann würden wir uns schon langsam etwas auf den Schlips getreten fühlen, weil es doch so offensichtlich ist.
Dann würden wir so etwas antworten wie: Na, das ist doch einfach gut, wenn Bedürfnisse erfüllt werden. Punkt. Oder wir würden weiter überlegen und schließlich sagen, dass es deshalb gut ist, wenn die Bedürfnisse erfüllt werden, weil es Freude bringt. Weil es uns glücklich macht. Wenn nun unser Fragesteller immer noch weiter fragt, was denn daran gut sei, dann kämen wir wohl irgendwann an den Punkt, an dem wir am Grund der Argumentation angelangt sind: Glücklich sein ist gut. Wie gäbe es da noch weitere Fragen zu stellen?
Es gibt also den Punkt, an dem wir schließlich ein Ende setzen müssten, nicht unbedingt, weil uns die Fragerei so nervt (das kann natürlich auch ein Grund sein ;), sondern weil wir anerkennen müssten, dass, wenn ein Ding seine Gutheit, seinen Wert also, aus einem anderen Ding bezieht und dieses wiederum seinen Wert aus einem Dritten, wir doch irgendwann an ein grundlegendes Ding geraten, das ganz unten am Ende der Liste steht, und das kein Derivat eines anderen Ding mehr ist. Sondern Wert hat an und für sich. Dieses Ding ist dann intrinsisch wertvoll. Es hat Bedeutung nicht durch etwas anderes, sondern an sich. Alle anderen Derivate dieses Dings wiederum haben nur extrinsischen Wert.
Was wir nun aber tun ist, die lange Liste der extrinsischen Werte abzuarbeiten und zu hoffen, darin den Wert an sich, darin wirkliche Bedeutung zu finden. Das wird und kann aber nicht passieren.
Wir biken gewissermaßen auf der kläglichen Spitze des Eisberges und bilden uns ein, den most epic aller Trails gefunden zu haben.
So bleibt uns die wirkliche Bedeutung, die ihren Wert aus sich selbst zieht, schlicht verwehrt. Es muss natürlich nicht zwingend darum gehen und vielleicht reicht uns die kurzfristige, externe Revalidierung der Bedeutung des eigenen (Bike-)Tuns und –Seins auch, die wir über diesen oder jenen Like oder dieses oder jenes Event erhalten, auch einfach. Aber wenn es um das Wesen des Bikens geht (was auch immer das dann ist und wie auch immer man das fassen könnte), dann geht es grundsätzlich um etwas Intrinsisches.
Und dieses Intrinsische finden wir nicht da draußen.
Nicht auf dem gestellten Foto, nicht zwischen den Bachflags des nächsten Bike-Events.
Das finden wir in uns.
Nirgendwo sonst.
Erst wenn wir uns dieser Essenz, dem Herz sozusagen, annähern, wird die Bedeutung, die wir jetzt so verzweifelt in Externem suchen und konstant revalidieren müssen, eine bleibende, eine wirkliche sein. Die sich eben dadurch konstituiert, dass sie sich selbst genug ist.
Sie braucht nichts sonst.
Nur uns und den Trail.
Einer für alle, alle für einen!
Radeln kann ich auch alleine. Da draußen im Wald, mit dem Trail unter den Reifen und dem Wind im Gesicht, da brauche ich niemanden und niemand braucht mich.
Oder?
Ein klares Jein hierauf. Freilich ist (auch) das Biken erst einmal Individualsportart. An sich können wir natürlich nach Herzenslust shredden, droppen und hoppen, ohne, dass wir notwendigerweise auf jemand oder etwas anderen angewiesen sind als auf uns selbst und unser Rad unter uns.
Zumindest auf den ersten Blick.
Aber wenn wir genauer hinsehen, dann tauchen eine ganze Menge Fragen auf: Wer kümmert sich eigentlich um den Trail, den wir da gerade hinabshredden? Wer setzt sich dafür ein, dass wir den Trail fahren dürfen und nicht auf endlosen Kieswegschneisen gefangen sind? Wer kann uns die Dinge lehren, die uns fit machen für den Trail? Und wer steht für unsere Interessen als Mountainbiker ein?
Und da stoßen wir als EinzelkämpferIn ganz schnell an unsere Grenzen. Der einsame Wolf stößt selten Veränderungen an, noch seltener im Zeitalter der Schwarmintelligenz. Wer Veränderungen will, der muss sich organisieren. Und je größer die Gruppe, desto lauter deren gebündelte Stimmen.
Wir brauchen die Euphonie der Masse, um etwas bewegen zu können.
Wir Mountainbiker gehen unseren Sport oft sympathisch-naiv an: Juhu, wir haben ein Rad gekauft. Juhu, ab geht´s in den Wald. Juhu, da ist ein Trail. Juhu, und ab geht´s! Wir nehmen all das viel zu oft als selbstverständlich hin. Dass die Freiheit auf dem Bike, der erste und letzte Grund wohl, warum wir diesen Sport betreiben, eine Erarbeitete ist, vergessen wir dabei oft. Unsere Freiheit steht auf den Schultern derer, die vorher dafür gekämpft haben, eben dass wir den Trail fahren dürfen. Eben, dass der Trail überhaupt da ist. Dass diese Freiheit eben nicht selbstverständlich ist, sehen wir etwa in Baden-Württemberg und seiner „2-Meter-Regel“, die nach wie vor alle Mountainbiker in ihrer Bike-Freiheit einschränkt. Der einsame Wolf kippt ein solches Gesetz nicht. Ein ganzes Rudel vielleicht schon.
Schließen wir uns also dem „Rudel“ an. Egal, in welchem Verein ihr euch organisieren wollt – Möglichkeiten gibt es genug: Ob bei der Deutschen Initiative Mountainbike (DIMB), dem Deutschen Alpenverein (DAV) oder etlichen anderen Radsportvereinen, bundesweit oder lokal bei euch im Ort. Lasst uns Teil einer Gruppe sein, die sich für unseren Sport einsetzt, auf politischer, kultureller, wirtschaftlicher oder sozialer Ebene. Wir stoßen nur dann Veränderungen an und stehen für die Freiheit unseres Sports ein, wenn wir jene kritische Masse erreichen, in der wir eine Stimme haben, die nicht ignoriert werden kann.
Im Sinne von Dumas:
Einer für alle, alle für einen!
Pic by Natalia Wrzaszczyk
Fotoshoot mit Heumöderntrails/VGN
Ein brandneuer Zug, ein brandneuer Wintermorgen, die Combo der Heumöderntrails und VGN Freizeit plus vier Bikes = eine ganze Menge Spaß!
Letzte Woche trafen wir uns zum Fotoshoot am Nürnberger Hauptbahnhof. Was dabei rauskam, was alles Spannendes noch kommt und wie es weitergeht erfahrt ihr, wenn ihr den Heumöderntrails bzw. der Talstation Heumöderntal und der VGN Freizeit folgt.
Und natürlich mir ;)!


Rappelvoll wars an der Premiere meines Vortrags über meine Reise RIDE YOUR F**** BIKE! Von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen am 14. Januar 2019 im Babylon Kino Fürth.
Und weil die Veranstalter vom ADFC itgendwann schweren Herzens die Türen schließen mussten, gibts meinen Vortrag noch einmal – getreu dem Motto: Dieses war der erste Streich, und der zweite folgt sogleich :).
Am 25. Februar 2019 um 19:00 Uhr im Babylon Kino Fürth! Mehr Infos hier.
Zum Einstimmen: Der Artikel „Zwei Reisen ans Ende der Welt“ von Timo Schickler, der in der NN erschienen ist!
Gestern war es soweit: Die Premiere meines Radreisevortrags RIDE YOUR F**** BIKE! Von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen im Babylon Kino Fürth, ausgerichtet vom ADFC Fürth!
Und was soll ich sagen: Der Andrang war unglaublich! Etwa 80 Interessierte trotzten dem Platzmangel und füllten den Saal bis zur letzten Lücke. Danke an den ADFC Fürth, Florian und Olaf!, an das Babylon Kino Fürth und an all die wunderbaren Leute im Publikum, die mich auf meiner Reise an diesem Abend begleiteten!
Und weil es so schön war und für alle, die keinen Platz mehr bekommen haben, gibt es eine gute Nachricht: Wir wiederholen das Ganze!
Am 25. Feburar 2019 werde ich den Vortrag noch einmal in derselben Location halten – Infos folgen!
Pics by Andrea Hilpert
Das Action-Adventure um den Delfin Ecco von 1992 zählt zu den meistgespielten Mega-Drive-Titeln. Weniger bekannt ist, dass die abenteuerliche Geschichte auf realen Hintergründen basiert.
Mit dabei: LSD, Schädelbohrungen und eine Waschbärfell-Mütze.
