Vielen Dank für die Einladung zur Fachtagung „Gender & Spielekultur“ an der Universität Siegen, zu der ich meinen Beitrag „Tatort Spielemesse: Sexismus und sexuelle Übergriffe in der Games-Branche “ beitragen durfte. Hochspannende und wichtige Vorträge und Themen und das mit Abstand liebevollste und schickste Rundherum-„Merch“, das ich je bei so einer Tagung gesehen habe. Danke für die wunderbare Orga, Finja Walsdorff!
Autor: Nina Metz
Zu Gast beim Panel Storytelling in Games
Es hat so unverschämt viel Spaß gemacht, mit den wunderbaren und klugen Menschen Felicitas Pommerening, Bernd Blaschke, Benjamin Feld und Nicolas Samuel Lietzau-Schreiber über Storytelling in Spielen zu sprechen!
Ein großes Danke auch an alle Interessierten und Studis vor Ort.
Und natürlich vielen lieben Dank an Games/Bavaria und HFF – Hochschule für Fernsehen und Film München für die Einladung und die Organisation!
Nürnberger Nachrichten+
Texttage Nürnberg
Beitrag zu Green Gaming
Zelte sind immer mein Ding gewesen. Schneckenhaus-Orte nomadischer Freiheit, die freilich oft wenig mehr als romantische Illusion ist.
Aber im Moment des Sturms, der außen tobt und des schweren Regens, der prasselt auf die paar Quadratmeter fragiler Zeltplanen-Sicherheit, da trägt die Heimat doch.
Erstaunlich, wie viel Heimat auf kleinsten Raum passt.
Das hat mich immer fasziniert am Zelten. Tausende Kilometer quer durch Europa, tausende Kilometer von Nürnberg zum Nordkap.
Mein Zelt auf dem Rad und mehr ist da nicht, was ich brauche, um mich ganz zuhause zu fühlen. Das trage ich nämlich immer auf dem Rücken oder besser in den Satteltaschen, das Zuhause.
Und bin so auch in der Fremde nie fremd, in der Ferne nie fern. Ich habe immer die Fähigkeit und das Glück gehabt, überall Heimat finden zu können in kürzester Zeit – im sibirischen Hinterland, in der mongolischen Steppe, jenseits des Polarkreises.
Die Heimat meines Zeltes ist eine relative und zugleich eine absolute, eine entwurzelte und entwurzelnde und zugleich so erdende und zutiefst verbindende und verbundene.
Sie ist, am Ende, die einzige, die ich ganz sicher zu brauchen glaube. Ich bin so gespannt, sie meinem Sohn zu zeigen.
Lesung am Textualienmarkt Nürnberg
Phantastisch! Gemeinsam mit Lucas Fassnacht (FAN!) und Philip Krömer (FAN!!) darf ich bei den diesjährigen Texttagen Nürnberg aus meinem Roman „Die Gleichheit der Blinden“ lesen. Außerdem sprechen wir über Fantastisches und stellen dem Bot unangenehmen Fragen. Bot! Balrog! Butterbier!
Zeltleben.
Zeltleben. Zeltschreiben.
Bald wieder. Wie hier, irgendwo zwischen Polarkreis und Nordkap, auf meiner Radreise in dreißig Tagen von Nürnberg zum Nordkap.
Eigentlich mache ich meine Radreisen ja nur, um einen Vorwand zu haben, im Zelt leben zu können. Zelte sind Paläste für mich. Und Orte, in denen ich in einer Illusion von Sicherheit und Heimat ungestraft schwelgen kann. Während draußen der Wind rauscht und die Nacht manchmal kein Ende hat.
Im Zelt denke ich immer an Margaret Atwoods großartigen Kurzgeschichten-Band „Das Zelt“. Darin schreibt sie:
„Warum glaubst du, dass dein Schreiben, diese Graphomanie in einer dürftigen Höhle, dieses Hin- und Her- und Rauf- und Runtergekritzel auf den Wänden dessen, was nun wie ein Gefängnis vorzukommen beginnt, in der Lage sein sollte, überhaupt irgendjemanden zu beschützen? Dich eingeschlossen. Es ist eine Illusion, dieser Glaube, dass dein Buchstabensalat eine Art Panzer ist, so etwas wie ein Zauber, denn niemand weiß besser als du, wie zerbrechlich deine Welt in Wirklichkeit ist.“
Gut geht es nicht aus. Aber Hoffnung bleibt. Der Text endet so:
„Wind kommt herein, deine Kerze fällt um und flammt auf, und eine lose Ecke des Zeltes fängt Feuer, und durch den sich weitenden, schwarzgeränderten Riss kannst du die Augen der Heulenden sehen, rot und im Licht deiner brennenden Papierzuflucht glänzend, aber du schreibst trotzdem weiter, denn was sonst kannst du schon tun?“
Was sonst?
Gestern habe ich im WDR Radio Cosmo über meine Radreise in dreißig Tagen von Nürnberg zum Nordkap gesprochen, warum ich wegen dem Spiel Hellblade zum Nordkap geradelt bin und was das mit meiner jahrelangen Angststörung gemacht hat.
Danke für die Einladung!
Bald auch in der App zum Anhören!
