Diese Suche nach Bedeutsamkeit quetscht überall den Saft raus, schmierigölig. Rundherum wird ausgerutscht auf Fettflecken der Selbstbespiegelung und wir sprechen alle nur noch in Monologen.

„Mein Leben“ schwitzt Bedeutsamkeit wie Öffies im Hochsommer und alles hat meaning im Zipfel meines Instagram-Accounts. Oh, ich transgressiere, progressiere. Constantly, obviously. Jeder macht aus seinem Leben eine große Erzählung, das Epos des Selbst. Bravo, Zugabe.

Warum nicht mal trespassieren oder stalaktieren. Einfach mal abhängen. Einfach mal drübergehen. Einfach mal die Bedeutungslosigkeit feiern. Das sind wir nämlich. Und was wir tun. Die allermeiste Zeit. Und wir bewegen uns nirgendwo hin außer Richtung Falten. Und das ist ok so. Das ist Leben so.

Es darf sein. Es hat keine Dramaturgie mit Exposition, Höhepunkt und Schluss. Es ist mehr so umgefallene Pfandflasche mit Rest-Apfelschorle drin. Aber das passt, da gärt es, das ist echt. Vergessen wir doch mal die Heldenreise und sind mehr Vagabunden, Tunichtgute, Taugenichtse.

Ach so, das Foto ist eine professionelle Selbstbespiegelung, aufgenommen von Natalia Wrzaszczyk Fotografie.