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Ich denke, ich werde

einfach bleiben

genau hier.

Irgendwann

früher oder später

musst du ja vorbeikommen

– die Welt

dreht sich doch!

Wenn ich einfach

hier bleibe

läufst du mir

irgendwann

früher oder später

über den Weg

und dann

schaue ich einfach hoch

unter dem Windspiel

meines jungen oder alten Lids hervor

streiche mir den Staub

von den jungen oder alten Wangen

stehe auf

nehme deine junge oder alte Hand

in meine

junge oder alte Hand

und sage natürlich

Ach was

wenn du fragst

ob ich lange habe warten müssen

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Durch Traumtüren

trete ich

und tausend Kilometer

zurück in das schöne Gestern

Bebe doch

die Schienenspur entlang

Wasser in den Lungen meiner Heimat

was hätte ich tun sollen

Ich wäre doch ertrunken!

Die Erinnerung hält inne

dreht sich auf einem Fuß

um 180 Grad

und geht zurück

Geht zurück?

Ich komme anders an

diesmal

meine Haut schwelt

meine Hoffnung wagt ihr eigenes Verb

Wie buchstabiert man Leichtsinn?

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Du

am anderen Ende der Straße

ich kenne deinen Namen

Ich rufe

hörst du mich nicht?

Vielleicht

ist die Straße zu weit

oder

meine Stimme zu schwach

oder

deine Ohren zu taub

oder

dein Name falsch

oder

dein Name in meinem Mund

falsch

oder

dein Name zu kurz um

über die Straße zu reichen

oder

vielleicht

habe ich nicht gerufen

vielleicht

stand ich nur stumm

und nur

mein hoffen

rief dich an

aber mein Hoffen

ist mundlos

und so blieb es still

über der Straße

und du

am fernen Ende

weit von mir

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Branding

Design zweier ikonischer Maskottchen für das Stadtmuseum Fürth

Ich darf vorstellen: Die Kleemos!

(Klee-Blattstadt Fürth; Mo -fränkisch für Mann)

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Heute fährt mein

letzter Zug.

Wir treffen uns

am Bahnsteig.

Du erkennst mich an

meinem viel zu schnellen

Herzklopfen.

Diesmal kann ich

nicht bleiben,

wenn du nicht

mitkommen kannst.

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Diese Minute

schenke ich dir

sie gehört mir nicht

aber ich stehle sie für dich

ich stehle sie der Zeit

Wenn sie mich holen kommen

die drei Wächter

Vergangenheit

Gegenwart

und Zukunft

dann bleibe stark

beuge dich nicht

lege nicht ab

falsches Zeugnis

leugne nicht

und verteidige mich nicht

Sag ihnen nur

mit erhobenem Haupt

dass ich ein Dieb bin

dass ich eine Minute stahl

um sie dir

zum Geschenk zu machen

Sie werden mich dann mitnehmen

Du wirst mich gehen sehen

klein zwischen ihren breiten Schultern

hinter Gitter werden sie mich bringen

unter Wasser und Brot

Weine nicht um mich

sieh nur manchmal

hin zum dunklen Gefängnis

Ich werde eine Kerze formen

aus dem Talg meiner Haut

Wenn es am finstersten ist

werde ich sie brennen lassen

Dort

wo der Schein hinter dem Fenster

mit den Gittern davor

wirst du mich dann wissen

In meiner Zelle

werde ich dann

wieder zum Dieb

immer zum Dieb

Ich werde König sein unter den Dieben

jede Minute

werde ich dir schenken

sie gehören mir nicht

aber ich stehle sie

für dich

Ich stehle sie der Zeit

Und sollte ich

am Strick enden

werde ich

über dem Styx

zum Meisterdieb

werde ich

den Himmel bestehlen

bis keine Minute mehr ist

die nicht

zu deinem Geschenk geworden

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Die größte Errungenschaft

Des Menschen

Ist nicht das Denken

Sondern

Das gedacht werden

Den gegenüber

Anzusehen

Oder eintausend Meilen

Von ihm entfernt

Zu sein

Und sicher zu wissen

Von ihm

Gedacht zu werden

Ein Teil also

Oder sogar alles

Seiner Gedanken

Zu sein

Zu leben

Und zu sterben

Und in Erinnerung

Zu bleiben

Nicht nur als einer

Der denkt

Sondern

Vielmehr als einer

Der

Vor allem

Und im Besonderen

Gedacht wurde

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Vergiss es nicht,

das zwischen den Tagen,

das unser war.

Lass es mich Himmel nennen,

oder heiße es Glück,

rufe es das, was gewährt wurde

zwischen Horizonten, die

eigentlich erbarmungslos.

Meinetwegen spreche ihm

auch alles Jenseitige ab,

reduziere es, realisiere es,

schneide es zu oder ab,

zerschlage seine Rosengläser

und mache es nieder zum Tier,

zu Nächten, zum fleischgewordenen Nüchternen.

Meinetwegen verwünsche es auch,

nach eigenem Bedauern, verfluche

seine Dauerhafigkeit – oder seine Bruchteilartigkeit;

Meinetwegen lasse ihm nichts

außer das Glas seiner Gänsehaut.

Nur vergiss es nicht,

das zwischen den Tagen,

das unser war.

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Ich sehe dich

auf dem Wege

Dein schwarzes Licht

immer einen Sprung

über dem Horizont

Im Ostwind

die weiße Traurigkeit

deines Haars

Ich hoffe um deine Tränen

Ich bange um deine Wangen

bete für die dreieinhalb Falten

deiner jungen Stirn

Ich sehe dich

auf dem Wege

der Nacht hinterherziehen

gehe über Seerosen

im Zwielicht meiner

jungen Träume

dir zu

Das Gras steht hoch

schneidet Blut in meinen

du-losen Torso

Ich sehe dich

auf dem Wege

nur im Dunkel

hinter meinen geschlossenen Lidern

Ich nehme Nadel und Faden

und nähe mir

die Lider zu,

bin lieber blind

als dich

auch nicht einmal mehr dort sehen zu können

im finsteren Licht meiner Lider

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All mein Herz

und die Fasern

und Venen

die im Flußbett

sonnenhelles Wachsen

weinen raufend´ Haar

ziehen, ziehen

drängen

Was hier?

Was hier?

Was willst du

auf der Erde

dem grünen Leichnam

mit Moos zwischen den Zehen

wo du dem Himmel gehörst, Liebender

Sehnender

Hoffender?

Was zieht dich

Wolkenmund

und Frühlingstanz

auf halblahmem Balletschuh

wo du den Himmel

Bett nennen könntest

du Schwingenwesen

du Flügeltier?

Was folgst du

der Teerstraße,

Gott?

Wo dich Magma

führt

Herz der Materie

Erdengeist

Was atmest du

noch

wo du doch luftlos lieben kannst?

Ich muss

und will doch nicht

die Geduld

für vier Monate haben

Muss

und will doch nicht

Wartender

bleiben

auf Bahnsteigen

an Seitenstreifen

an Erdumlaufbahnen

an Lebensgossenstein

am Rande

der Fußgängerzonen

und

im Abseits der Autobahnen

Ich muss

und will doch nicht

nach Luft greifen

wenn meine Hände deine Wange streicheln