Es war kaum einen Monat nach der Rückkehr von meiner Reise RIDE YOUR F**** BIKE! Von Nürnberg zum Nordkap in 30 Tagen, dass ich mit meinem Mountainbike wie so oft in dieser Zeit im Schlepplift im Bikepark Osternohe saß.

Am Ausstieg oben löste ich wie immer den Bügel von der Sattelstütze. Aber etwas geschah. Das System ruckte einen Augenblick lang nach, riss mir den Bügel aus der Hand und dieser meinen Oberschenkel mit, der wohl – es wird ein Geheimnis bleiben – eingeklemmt zwischen Oberrohr und Pedal, einer extremen Drehbewegung ausgesetzt wurde. Laut Ärzten mussten unvorstellbare Hebelkräfte am Werk gewesen sein, um solchen Schaden anzurichten.

Trümmerbruch im Unterschenkel und das Kniegelenk zerschmettert. 50 Fragmente. Ein Schlachtfeld. In der ersten Nacht verlor ich beinahe das Bein. Einen Monat und drei OPs später bin ich noch immer im Krankenhaus. Das weit entfernte Ziel – in einem Jahr wieder laufen zu können. Irgendwann dann radfahren.

Was hat der Unfall hier zu suchen? Sollte es hier nicht um Shredden gehen und um Radreisen? Um biken eben und den Spaß daran?

Aber dieser Unfall und der lange Weg zurück aufs Fahrrad, auf dem ich mich nun befinde, gehören ganz eindeutig dazu. Sie sind Teil von mir, wie auch das noch immer geschwollene, halb-taube, blutunterlaufene operierte Bein ein Teil von mir ist. Auch wenn es sich gerade nicht danach anfühlt.

Und dies ist einfach eine weitere Reise. Diesmal nicht zum Nordkap oder nach Santiago de Compostela. Sondern zurück zu mir selbst. Meinem gesunden Selbst. Die schwerste bislang.

Und weil sie eben Teil von mir und meinem Leben auf dem Bike ist, werde ich sie hier niederschreiben.

Die Höhen und Tiefen.

Den Mut, die Verzweiflung.

Den Schmerz und die Euphorie.

Kommt mit auf diese Reise!

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Chronik eines unwahrscheinlichen Sturzes

Walk the Line!

Am Rande der Nacht – Schwerer Unfall nach dem Nordkap