Radeln kann ich auch alleine. Da draußen im Wald, mit dem Trail unter den Reifen und dem Wind im Gesicht, da brauche ich niemanden und niemand braucht mich.

Oder?

Ein klares Jein hierauf. Freilich ist (auch) das Biken erst einmal Individualsportart. An sich können wir natürlich nach Herzenslust shredden, droppen und hoppen, ohne, dass wir notwendigerweise auf jemand oder etwas anderen angewiesen sind als auf uns selbst und unser Rad unter uns.

Zumindest auf den ersten Blick.

Aber wenn wir genauer hinsehen, dann tauchen eine ganze Menge Fragen auf: Wer kümmert sich eigentlich um den Trail, den wir da gerade hinabshredden? Wer setzt sich dafür ein, dass wir den Trail fahren dürfen und nicht auf endlosen Kieswegschneisen gefangen sind? Wer kann uns die Dinge lehren, die uns fit machen für den Trail? Und wer steht für unsere Interessen als Mountainbiker ein?

Und da stoßen wir als EinzelkämpferIn ganz schnell an unsere Grenzen. Der einsame Wolf stößt selten Veränderungen an, noch seltener im Zeitalter der Schwarmintelligenz. Wer Veränderungen will, der muss sich organisieren. Und je größer die Gruppe, desto lauter deren gebündelte Stimmen.

Wir brauchen die Euphonie der Masse, um etwas bewegen zu können.

Wir Mountainbiker gehen unseren Sport oft sympathisch-naiv an: Juhu, wir haben ein Rad gekauft. Juhu, ab geht´s in den Wald. Juhu, da ist ein Trail. Juhu, und ab geht´s! Wir nehmen all das viel zu oft als selbstverständlich hin. Dass die Freiheit auf dem Bike, der erste und letzte Grund wohl, warum wir diesen Sport betreiben, eine Erarbeitete ist, vergessen wir dabei oft. Unsere Freiheit steht auf den Schultern derer, die vorher dafür gekämpft haben, eben dass wir den Trail fahren dürfen. Eben, dass der Trail überhaupt da ist. Dass diese Freiheit eben nicht selbstverständlich ist, sehen wir etwa in Baden-Württemberg und seiner „2-Meter-Regel“, die nach wie vor alle Mountainbiker in ihrer Bike-Freiheit einschränkt. Der einsame Wolf kippt ein solches Gesetz nicht. Ein ganzes Rudel vielleicht schon.

Schließen wir uns also dem „Rudel“ an. Egal, in welchem Verein ihr euch organisieren wollt – Möglichkeiten gibt es genug: Ob bei der Deutschen Initiative Mountainbike (DIMB), dem Deutschen Alpenverein (DAV) oder etlichen anderen Radsportvereinen, bundesweit oder lokal bei euch im Ort. Lasst uns Teil einer Gruppe sein, die sich für unseren Sport einsetzt, auf politischer, kultureller, wirtschaftlicher oder sozialer Ebene. Wir stoßen nur dann Veränderungen an und stehen für die Freiheit unseres Sports ein, wenn wir jene kritische Masse erreichen, in der wir eine Stimme haben, die nicht ignoriert werden kann.

Im Sinne von Dumas:

Einer für alle, alle für einen!


Pic by Natalia Wrzaszczyk

Posted by:Nora Beyer

gamejournalist_autor_bikeguide

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